Winterharte Fuchsien Exoten fürs Gartenbeet
Am schönsten ist ihr Anblick im Spätsommer und im Herbst. Während die Bäume bereits ihre Blätter verfärben, stehen die Fuchsien in voller Blüte. Mit der richtigen Pflanzenwahl und etwas Geschick gedeihen sie sogar ausgepflanzt im Garten.
Fuchsien stammen ursprünglich aus Südamerika, einige Arten kommen auch auf Neuseeland oder Haiti vor. Von der Gattung Fuchsia, die zu den Nachtkerzengewächsen (Onagraceae) gehört, sind um die 100 Arten bekannt. Nach Europa kamen die Fuchsien im frühen 18. Jahrhundert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann man, Sorten gezielt zu züchten. Bisher, so schätzen Experten, wurden weltweit ca. 7.000 Sorten entwickelt. Einige Fuchsien haben sogar den Sprung über den Gartenzaun geschafft. Wer schon einmal in Großbritannien oder Irland Urlaub gemacht hat, dem sind vielleicht die meterhohen Fuchsienhecken aufgefallen, die viele Wege und Straßen säumen.
Die richtige Art ist entscheidend
Bei uns werden Fuchsien häufig in Kübeln kultiviert, die in der kalten Jahreszeit überwintert werden. Winterhart im Beet sind bei uns nur die Arten, die in ihrer Heimat in Höhenlagen wachsen und dort mit gelegentlichen Frösten fertig werden müssen. Dazu gehört die Scharlach-Fuchsie (Fuchsia magellanica). Oberirdisch friert die Scharlach-Fuchsie den Winter über zurück, treibt aber aus dem Wurzelstock wieder aus. Sie benimmt sich im Prinzip also wie eine Staude. Bei uns benötigen Scharlach-Fuchsien, wenn sie im Beet kultiviert werden, einen Winterschutz.
Gute Nachbarschaft
Die Scharlach-Fuchsien brauchen einen frischen bis feuchten, aber dennoch gut durchlässigen Boden. Sie fühlen sich an sonnigen bis halbschattigen Plätzen wohl. An einem sonnigen Platz blühen sie reicher als im Schatten, so lange die Wasserversorgung stimmt. Zudem entwickeln sie in der Sonne einen kompakteren Wuchs. Eines mögen Fuchsien allerdings gar nicht: die direkte Nachbarschaft zu stark wachsendende Gehölzen. Fuchsien sind konkurrenzschwach und leiden bei hohem Wurzeldruck durch andere Pflanzen.
Kräftige Pflanzen und gute Drainage
Ins Gartenbeet sollten nur kräftig gewachsene Fuchsien gesetzt werden, die schon einige Jahre im Kübel verbracht haben. Sobald keine Fröste mehr zu erwarten sind, kann es losgehen. Dazu hebt man ein großzügiges Pflanzloch aus, mindestens anderthalb mal so groß wie der Topfballen der Fuchsie. Dann den Boden des Pflanzlochs lockern und eine Schicht Kies einfüllen. Zehn Zentimeter genügen, um Wasser zügig ablaufen zu lassen und Staunässe zu verhindern.
Anschließend etwas Boden einfüllen und die Fuchsie einsetzen. Wichtig dabei: die Pflanze sollte etwa 10 cm tiefer gesetzt werden als sie vorher im Topf stand. Das schützt die empfindlichen Wurzeln vor Frost. Damit nichts zu Faulen beginnt, entfernt man am Stammansatz alle Blätter und Knospen. Zum Schluss das Loch auffüllen, den Boden leicht andrücken und Wässern, damit die Erde zwischen die Wurzeln geschlämmt wird.
Düngen nur in Maßen
Düngen sollte man winterharte Fuchsien mit Augenmaß. Denn bei zu vielen Nährstoffen wachsen sie zu stark, werden anfälliger für Frost und treiben weniger Blüten. Wichtig für Blüten und Winterhärte ist allerdings eine ausreichende Versorgung mit Phosphor und Kali.
Ohne etwas Schutz geht es nicht
Auch wenn man sie als "frosthart" bezeichnet, in der kalten Jahreszeit braucht die Scharlach-Fuchsie einen Winterschutz. Eine 30 bis 40 cm dicke Schicht aus Laub dient als Isoliermaterial. Das puffert nicht nur Temperaturschwankungen, die sich zersetzenden Blätter sorgen auch für den Humusnachschub. Beste Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum der Fuchsien im kommenden Jahr.
Sorten für den Garten:
- 'Riccartonii': Wächst straff aufrecht, bis zu 130 cm hoch, Blüte rot-blau, gehört zu den härtesten Gartenfuchsien
- 'Tricolor': Weiß panaschiertes Laub, einfache, rot-lila Blüten
- 'Vielliebchen': Aufrechter Wuchs, einfache, rot-blaue Blüten
- 'Whiteknight Pearl': Wächst buschig und kompakt, hellgrünes Laub, Blüte weißrosa bis weiß, Blütezeit Juli bis September

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