Bayerisches Fernsehen - Querbeet

Schmackhafte Kräuter Bärlauch und Brennnessel

Meist kann man ihn erschnuppern, bevor man ihn entdeckt: den Bärlauch. Das markant nach Knoblauch duftende Gewächs wächst in lichten Wäldern. An sonnigen und nährstoffreichen Flecken hingegen kann man Brennnesseln entdecken.

Stand: 23.03.2012
Bärlauch | Bild: BR

Man findet den Bärlauch häufig in lichten Mischwäldern mit feuchten Böden. Fühlt Bärlauch sich wohl, neigt er dazu, sich massiv auszubreiten. Ein Quadratmeter Bärlauchbestand kann 9.000 Samen pro Jahr bilden. Keimt nur die Hälfte davon, verzehnfacht sich die Bärlauchfläche Jahr für Jahr! Trotz der großen Bestände ist das Sammeln in der Natur nicht überall erlaubt.

Vorsicht: Verwechslungsgefahr!

Zudem droht Verwechslungsgefahr mit den giftigen Blättern von Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab. Wer sich nicht sicher ist, welche Pflanze er vor sich hat, kann ein Blatt ernten und zwischen den Fingern zerreiben. Riecht man dann einen kräftigen und eindeutigen Knoblauchgeruch, ist das ein sicheres Identifizierungszeichen.

Blüte des Bärlauchs

Aber Vorsicht: Haben die Finger durch mehrmaliges Zerreiben von Bärlauchblättern selbst den Knoblauchgeruch angenommen, ist eine sichere Unterscheidung der Gewächse am Geruch nicht mehr möglich. Hat man beim Sammeln Zweifel, heißt es: Finger weg!

Erkennungsmerkmale des Bärlauchs

  • die Blätter des Bärlauchs sind im Austrieb lindgrün, etwas später allerdings dunkelgrün, weich und auf der Unterseite matt und stumpf
  • die Blätter wachsen einzeln aus dem Boden, häufig bildet der Bärlauch dennoch dichte Teppiche im Wald
  • die Blütezeit geht von April bis Mai
  • Bärlauch besitzt kugelig wirkende Blütenstände auf bis zu 40 Zentimeter langen Stielen
  • 15-30 weiße Einzelblüten bilden zusammen eine Trugdolde
  • jede Einzelblüte hat meist 6 kleine, weiße Blütenblätter, die Blüte wirkt wie ein kleiner Stern
  • der Blütenstengel ist kantig

Ernte des Bärlauchs

Die wüchsige Pflanze kann geerntet werden, sobald sich die ersten jungen Blättchen zeigen. Die Erntezeit endet meist im Mai, denn dann beginnt der Bärlauch zu blühen. Bärlauch zählt zu den gesündesten Wildkräutern: Er enthält schwefelhaltiges ätherisches Öl, antibakteriell wirkende Senfölglykoside, Vitamin C, Allicin und Alliin; allerdings nur in frischem Zustand.

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Brennnessel: Zeitgleiche Ernte

Mit der Bärlauchernte beginnt auch die Brennnessel kräftig auszutreiben. Sind die Pflanzen 20 cm hoch, kann man sie ernten. Die Brennnessel ruft in vielen Gärtnern zwiespältige Gefühle hervor: Für die einen ist sie ein unliebsamer Besucher, für die anderen eine vielseitig einsetzbare, heilsame Pflanze. Der botanische Namen des wertvollen 'Unkrauts' ist Urtica dioica. Diesen Namen hat sie vom lateinischen Wort "urere" - brennen. Denn bei Berührung platzen die kleinen Brennhaare und scheiden eine Flüssigkeit aus, die das bekannte Brennen verursacht.

Vorkommen und Wuchs

Überall wo Urtica dioica vorkommt, könnte es dem Boden nicht besser gehen. Sie ist ein Stickstoffanzeiger und lässt auf wohl genährten Boden schließen. Eine Düngung oder das Ausbringen von Kompost ist an Standorten, an denen die Brennnessel wächst, nicht nötig. In der Natur findet man sie oft an Bächen, die manchmal über die Ufer treten. Am idealen Standort wird sie über einen Meter hoch. Ihre Blätter sind gegenständig, die Blüten eher unscheinbar, sie hängen in kleinen Trauben zwischen den Blättern.

Vorsicht bei der Ernte

Barbara Krasemann beerntet ihre Brennnesseln mehrmals im Jahr. Sie verwendet nur die frischen Triebspitzen, diese sind nicht so bitter wie die älteren Teile. Wird regelmäßig geschnitten, kommt ständig frisches Laub nach. Ernten kann man von April bis in den Herbst hinein. Handschuhe sind sehr nützlich bei der Ernte, denn auch die jungen Blätter haben schon Brennhaare.

Ein Paradies für Schmetterlinge

Nicht nur für uns Menschen ist die Brennnessel ein begehrtes Nahrungsmittel, viele Schmetterlinge brauchen Brennnesselpflanzen, um ihre Eier ablegen zu können. Auch die Raupen von mindestens 30 verschiedenen Schmetterlingsarten ernähren sich von ihrem Laub, so zum Beispiel Admiral, Kleiner Fuchs, Landkärtchen, Tagpfauenauge und Distelfalter. Sie fühlen sich im brennenden Unkraut pudelwohl und sind vor Fressfeinden geschützt. Durch das radikale Entfernen der Brennnessel aus dem Garten wird auch der Lebensraum für die grazilen Schmetterlinge knapper.

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