Bayerisches Fernsehen - Querbeet

Der Querbeetgarten - Folge 3 Kies und Klinker

Nächster Bauabschnitt im Querbeetgarten: Wege und eine Terrasse sollen entstehen, die Flächen sind bereits ausgekoffert. Doch bis zur fertigen Pflasterfläche ist es noch ein gutes Stück Arbeit ...

Stand: 03.02.2012
Weg und Terasse | Bild: BR

Die Tragschicht

Als Tragschicht kommt ein Kiesgemisch zum Einsatz: insgesamt 20 m³ der Körnung 0/56. Als Orientierung zum Verteilen der Kiestragschicht dient ein Schnurgerüst. Es markiert die spätere Pflasteroberkante. Für einen Fußweg ist eine Tragschicht von 20 cm normalerweise ausreichend.

Der Untergrund des Querbeet-Gartens ist allerdings nur bedingt tragfähig, Stefan Ludwig hat sich deshalb für eine Tragschicht von 40 Zentimeter entschieden. Wichtig bei der Tragschicht: Sie muss parallel zum künftigen Pflaster liegen, damit die Aufbauhöhe der Pflasterfläche immer gleich ist. Ist das erledigt, rüttelt Stefan Ludwig die Fläche mit der Vibrationsplatte ab. Dadurch verdichtet sich die Tragschicht, sie kann Lasten aufnehmen und verteilen. Und der darunter liegende Baugrund wird nicht dauerhaft verformt.

Das Wasser muss weg!

Als nächstes stecken Sabrina Werner und Stefan Ludwig die äußeren Maße der Terrasse exakt ab. 4 mal 10 Meter groß soll sie werden. Wichtig dabei ist das Gefälle, damit Niederschlagswasser ablaufen kann, bei Klinker etwa 2 %. Das bedeutet, dass sich im Falle des Querbeet-Gartens das Pflaster mit einem Gefälle von 2 % Richtung Rasenfläche neigt. Bei einer Terrassenbreite von 4 m liegt die Außenkante der Pflasterfläche daher 8 Zentimeter tiefer als der Ausgangspunkt.

Gut eingefasst

Als Einfassung setzt Stefan Ludwig eine sogenannte Läuferzeile. Die besteht aus Granitkleinpflaster mit Kantenlängen zwischen 9 und 11 Zentimeter. Eine Schicht aus 10 Zentimeter Beton dient als Fundament. Die Läuferzeile trennt die Pflasterfläche nicht nur optisch vom Rasen, sondern nimmt auch den Seitendruck des Pflasters auf. Daher stützt Stefan Ludwig die Steine mit einem Betonkeil: Nicht bis zur Oberkante, denn es muss noch Platz bleiben für Boden und Rollrasen, der bündig mit den Steinen abschließen soll.

Abziehen und Pflastern

Ist der Beton der Läuferzeile getrocknet, verteilt Stefan Ludwig die sogenannte Ausgleichsschicht, Splitt der Körnung 2-5 mm. Diese Ausgleichschicht zieht Stefan Ludwig mit dem Richtscheit ab, das auf zwei Aluschienen gleitet. Der Landschaftsbautechniker zieht die Fläche so ab, dass die Klinker 5 bis 7 mm höher sind als die Läuferzeile. Denn später wird die Fläche nochmals abgerüttelt und danach muss das Wasser weiterhin über die Einfassung hinwegfließen können.

Als Letztes folgt die Deckschicht, der Klinker. Der wurde beim Brennen auf 1.300 Grad Celsius erhitzt, ist damit dicht, hart und frostbeständig. Die Steine sollten nicht Kante an Kante liegen, sondern mit einer Fuge von einem halben Zentimeter. Gummihammer und vor allem Fingerspitzengefühl sorgen für gerade Fugen. Die "Lücken" schließt der Quetschsand. Dessen Körner sind unter hohem Druck gebrochen und eckig. Dadurch verzahnen sie sich besser, als es bei rundem Natursand der Fall sein würde. Die fertige Fuge soll dem Pflaster später die eigentliche Stabilität geben und für ein einheitliches Bild der Fläche sorgen. Wichtig dabei: den Sand gründlich einfegen, damit die Fugen vollständig gefüllt sind. Für die endgültige Höhe der Terrasse sorgt wieder die Rüttelplatte. Stefan Ludwig rüttelt die Fläche von außen nach innen. Damit die Kanten der Klinker nicht abplatzen, befestigt der Landschaftsgärtner eine Gummimatte unter der Maschine.

Und in der nächsten Folge können Sie miterleben, wie der Querbeet-Garten endlich grün wird!