Cadolzburg Getreide aus dem Burggarten
20 Kilometer westlich von Nürnberg, auf einem Sandstein-Höhenzug im Landkreis Fürth, thront die Cadolzburg. Erstmals erwähnt im Jahre 1157, hat sich ihr Erscheinungsbild im Laufe der Jahrhunderte immer wieder gewandelt.
Im Bereich der sogenannten Vorburg liegt der ummauerte Garten. In alten Skizzen wird er als "Lustgarten" bezeichnet und wurde vermutlich zeitgleich mit dem Renaissancebau errichtet, dessen Giebel in den Garten zeigt.
Altes Getreide
Für den Unterhalt der burgeigenen Gartenanlagen ist Friedrich Knoll verantwortlich. Als der Agrartechniker 2007 auf der Cadolzburg anfing, sollte eigentlich ein Garten mit mittelalterlichen Pflanzen entstehen. Doch das Vorhaben verzögerte sich und eine Übergangslösung musste her. So reifte die Idee, aus dem verwilderten Burggarten einen Getreideschaugarten zu entwickeln. Heute gedeihen hier in 60 Parzellen 30 Getreidearten und - sorten, von denen viele schon vor Jahrtausenden genutzt wurden.
Heilender Dinkel
Als "heilende Salbe von Innen" beschrieb Hildegard von Bingen den Dinkel, botanisch Triticum spelta. 17 Vorzüge schrieb die Heilkundige diesem Gewächs zu, nicht alle lassen sich wissenschaftlich belegen. Allerdings enthält Dinkel mehr Vitamine und Mineralstoffe als etwa sein enger Verwandter, der Weizen. Dinkel liefert aber weniger Erträge, ist aufwendiger zu verarbeiten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er deshalb vom Weizen verdrängt. Später wurde er vor allem für den biologischen Anbau wieder interessant. Da Dinkel ein kräftiges Wurzelwerk bildet, lassen sich unerwünschte Beikräuter zwischen den Reihen gut mechanisch entfernen. Zudem ist die Ähre des Dinkels luftig aufgebaut und wenig anfällig für Krankheiten.
Saatgut fürs kommende Jahr
Aus der einstigen Übergangslösung ist auf der Cadolzburg etwas ganz Neues entstanden. Und damit das noch länger so bleibt, erntet Friedrich Knoll die Samen von Dinkel und Co. für die Aussaat im kommenden Jahr. Friedrich Knoll ist in der Region um die Cadolzburg nicht der einzige, der eine Vorliebe für altes, ursprüngliches Getreide hat. Bäckermeister Karl Gräf setzt auf Tradition und verwendet für sein Bauernbrot Dinkelmehl.
Rezept: Brot mit Dinkelmehl
Zutaten:
- 500 g Dinkelvollkornmehl
- 250 g Dinkelmehl (Typ 630)
- 20 g Hefe
- 30 g flüssiger Bienenhonig
- 0,5 lt. lauwarmes Wasser
- 12 - 15 g Salz
Zubereitung:
In einer Schüssel die beiden Mehle mischen. Die Hefe und den Honig in eine kleine Mulde im Mehl verteilen und Wasser dazugießen. Dabei darauf achten, dass sich die Hefe auflöst. Zugedeckt an einem warmen Ort 15 Minuten gehen lassen.
Mit der Küchenmaschine alles verkneten und wieder 15 Minuten gehen lassen. Den Teig nochmals gründlich kneten und in eine gefettete Kasten-(Brot)form füllen, mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen - circa 15 Minuten. Den Backofen mit kaltem Wasser besprühen und das Brot bei 220 Grad etwa 60 Minuten backen. Das Brot noch circa 10 Minuten im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen. Vorsichtig aus der Form nehmen und mit kaltem Wasser besprühen.
Besuch auf der Cadolzburg
Wer die pflanzlichen Rohstoffe für ein Brot selbst einmal betrachten möchte, hat dazu auf der Cadolzburg noch bis zur Ernte Ende September Gelegenheit.
Adresse:
Cadolzburg
Burghof 3
90556 Cadolzburg
Kontakt über:
Burgverwaltung Nürnberg
Auf der Burg 13
90403 Nürnberg
Tel.: 0911 24 46 59-0

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