Hiffenmark & Krapfen Hagebutten ernten und verarbeiten
Vier Laufenten und zwei Pommernenten halten seit Jahren den 2300 m² großen Garten von Monika Lehner schneckenfrei. So hat Monika Lehner mehr Zeit für die wichtigen Dinge in ihrem Garten. Und von denen gibt es genug.
Seit 1995 verbringt sie fast jede freie Minute in ihrem grünen Paradies. Für andere zugänglich ist dieses Paradies seit 2002, regelmäßig öffnet Monika Lehner ihre Gartentür für Führungen und Veranstaltungen.
An die Sträucher, fertig, los!
Diesmal hat sie sich die Nachbarskinder eingeladen, um mit ihnen Hagebutten für die fränkische Spezialität Hiffenmark zu ernten. Gleichzeitig vertieft sie mit den Kindern das Wissen über die Rose, ihre Früchte und deren Weiterverarbeitung. Monika Lehner hat sich hierfür einen Wildrosenstrauch ausgesucht. Seine Hagebutten sind größer als die von Zuchtformen und lassen sich so einfacher ernten. Erntesaison ist der Spätherbst. Man liest immer wieder, man könne Hagebutten auch nach dem Frost ernten, Monika Lehner rät davon aber ab. Sie habe einmal aus nach dem Frost geernteten Hiffen Mark hergestellt, aber das Ergebnis kam nicht an ihr normales Rezept heran!
Stundenlang in der Küche stehen für ein Glas Marmelade?!
Die meisten Gärtner lassen lieber die Hände von Hagebutten. Zu aufwendig und mühselig erscheinen ihnen Ernte und vor allem Weiterverarbeitung. Eigentlich ist es aber recht unkompliziert, Marmelade aus den Früchten der Rose herzustellen, wenn man sich an Monika Lehners Vorgaben hält. Denn was die meisten davon abhält, ist das Putzen der Sammelfrüchte. Zugegeben: Die bekannte Methode, jede einzelne Frucht aufzuschneiden und mühsam von Kernen und Härchen zu befreien, macht in der Tat kaum Lust aufs Ausprobieren. Den letzten Elan ans aufwendige Aufbereiten töten dann spätestens die Kindheitserinnerung ans Juckpulver, das man aus Hagebuttenkernen- und haaren gemacht hat.
Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?!
Die "Lehner'sche" Methode ist da weitaus unkomplizierter: Einfach Stiele und Schnorren, also die an den Früchten verbliebenen Blütenböden, abschneiden, und ab geht es in den Kochtopf! Eine Nachbarin verriet Monika Lehner diese Methode. Sie habe ihr ganzes Leben lang Hagebutten in der Küche verwendet und die Erfahrung gemacht, dass die Härchen beim Kochen zerfallen. Man müsse eben nur lange genug kochen, sagte die Nachbarin, mindestens vier Stunden, dann bleibt kein Haar mehr über!
Das steckt drin
Hiffen enthalten Lycopin, einen roten Farbstoff, der auch in Tomaten oder roten Beeren vorkommt und eine krebshemmende Wirkung haben soll. Eine Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena ergab, dass 100 g Hagebutten 12,9 mg Lycopin enthalten, reife Tomaten enthalten im Vergleich dazu nur 3,9-5,6 mg auf 100g. Ein erstaunliches Ergebnis, ist man zuvor doch davon ausgegangen, dass die Tomate der Spitzenreiter unter den Lycopinträgern ist. Auch ihren Vitamin-C-Gehalt muss die Hagebutte nicht verstecken. Vitamin-C und Lycopin schützen unsere Haut vor Sonnenbrand. Doch Hagebutten können noch mehr: schon Hildegard von Bingen wusste ob ihrer Heilwirkung: sie empfahl Hagebuttenmus gegen Leber- und Lungenleiden, zur Blutreinigung, gegen Nasenbluten, Nierensteine, Durchfälle, Ruhr, Erbrechen.

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