Grüne Schule Kinder auf der Mainau
Mit seinen fast 50 km³ Wasser ist der Bodensee der größte Trinkwasserspeicher Mitteleuropas. Umgeben wird er von der Schweiz, Österreich und Deutschland. Man kann den See grob in drei Bereiche gliedern: Seerhein, Untersee und Obersee.
Wer es ganz genau nimmt, trennt vom Obersee noch den Überlinger See, den Bereich zwischen Meersburg, Ludwigshafen und Konstanz mitsamt der 45 Hektar großen Blumeninsel Mainau. Ein Teil dieser Insel, der Schulgarten, ist den Jüngsten vorbehalten.
Die "Schulgarten AG"
Regelmäßig treffen sich einige Schüler der Geschwister-Scholl-Schule in Konstanz im Schulgarten auf der Mainau zum Arbeiten. Doch gezwungen wird dazu niemand. Die Schüler haben das Wahlfach "Schulgarten AG" belegt. Freiwillig verbringen sie ihre Nachmittage ohne Fernsehen, Handy und Internet lieber an der frischen Luft. Steht viel Arbeit an, wird auch einmal eine Extraschicht am Samstagmorgen eingeschoben. Betreut werden die Kinder von Ursula Rothhaupt. Sie ist gleichzeitig ihre Biologie-Lehrerin. So werden die Arbeiten im Schulgarten stets auf den Lehrplan abgestimmt: Im Klassenzimmer gibt’s die Theorie, draußen im Garten die Praxis.
Mehr als nur Garteln
Die Schüler haben die Möglichkeit, die Entwicklung eines Gewächses vom Samen bis zur Ernte mit zu verfolgen. Während all dieser Zeit sind sie gleichzeitig verantwortlich für das Wohlergehen der Pflanzen. Die einzelnen Gruppen düngen also, schneiden, jäten, topfen oder vermehren, was das Zeug hält. Alles nur, damit es ihren Pflanzen gut geht. Das fördert Zusammenarbeit und Durchhaltevermögen. Tauchen doch einmal fachliche Fragen auf, stehen die Gärtner der Mainau freilich gerne Rede und Antwort.
Kartoffeln zum Essen, Erdbeeren und Tomaten fürs nächste Jahr
Das steht heute auf der Liste der Schüler. Die Kartoffeln sind den Sommer über gut heran gewachsen und können geerntet werden. Gleiches gilt für die Tomaten. Im Gegensatz zu den Kartoffeln werden die Tomaten aber nicht alle verzehrt. Ein Teil davon soll den Tomatenbestand fürs kommende Jahr sichern. Dazu schneiden die Schüler die Tomaten einfach in zwei Hälften und verteilen die Samen auf Küchenkrepp, lassen sie den Winter über trocknen, um sie dann im Frühjahr mitsamt dem Papier einzupflanzen. Die Cocktailtomate ‘Mohamed‘ stammt aus Nordafrika. Mittlerweile wächst ‘Mohamed‘ hier das zweite Jahr. Die Mutterpflanzen haben die Schüler im Vorfrühling ausgesät. Von den Erdbeerpflanzen werden die Ausläufer abgetrennt, eingetopft und zum Bewurzeln dann ins Gewächshaus gestellt.
Jeder darf mal!
Für Lehrerin Ursula Rothhaupt ist es besonders spannend, wie schnell bei der Gartenarbeit sprachliche oder kulturelle Barrieren zwischen den Kindern abgebaut werden. Vielfalt ist hier eine Bereicherung: Landestypische Kochrezepte, unterschiedliche Kulturverfahren oder ausgefallene Sorten. Jeder kann über eine bestimmte Pflanze etwas anderes erzählen. Alle Kinder der „Garten AG“ können Vorschläge machen, welche Pflanzen im Schulgarten wachsen sollen. Das geschieht stets unter den Aspekten Regionalität und Saisonalität. So wachsen im Schulgarten vier verschiedene Erdbeersorten, die zu unterschiedlichen Zeiten reif sind. Und auch auf dem Kartoffelacker geben sich die „Schulgarten AG“-Mitglieder nicht mit nur einer Sorte zufrieden. Hier stehen ‘La Ratte‘, ‘Sieglinde‘ und ‘Karlena‘. Doch egal, welche Sorte, erst bei der Ernte zeigt sich, ob sich die Arbeit gelohnt hat. Um das herauszufinden, nimmt man auch weniger beliebte Tätigkeiten wie Beikraut entfernen in Kauf.
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