"Adams Fuge" Unheimlich, aberwitzig, irreal
Steven Uhlys Roman "Adams Fuge" ist so rasant wie ein Computerspiel: In atemberaubenden Tempo lässt der Schriftsteller seinen Protagonisten Adem Öztürk darin Realitäten und Identitäten wechseln.
Mal ist der Deutschtürke Geheimagent zwischen zwei Kulturen, mal Gejagter im Fadenkreuz von Neonazis, Kurden, Geheimdiensten und V-Leuten. Oft weiß er selbst nicht, wer er ist und auf welcher Seite er gerade steht, und versucht, gegen alle Widerstände zu sich selbst zu finden.
Spannung und Unterhaltung
Steven Uhly verwirrt seine Leser bewusst. Mit dieser Strategie will er sie anregen, vermeintlich Klares immer wieder neu zu hinterfragen. "Adams Fuge" ist unheimlich, aberwitzig und irreal. Das Schwindel erregende Tempo der Handlung und die lakonisch-ironische Erzählweise sorgen für Spannung und Unterhaltung.
Rund um den Globus
Die Problematik seines Helden, "zwischen zwei Kulturen zu stehen", kennt Steven Uhly gut: Der heute 47-Jährige ist als Sohn einer Deutschen und eines Bengalen in Köln geboren und mit einem spanischen Stiefvater aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zum Dolmetscher und Übersetzer in Spanien studierte er Germanistik sowie spanische und portugiesische Sprache und Literatur in Köln, Bonn und Lissabon. In Brasilien leitete Uhly zunächst das Deutsche Institut der Universität des Bundesstaates Pará in Belém. Anschließend war er Gastdozent in Porto Alegre und Dozent am Romanistischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Özlem Sarikaya spricht mit Steven Uhly über seinen Roman und fragt ihn unter anderem, wie es für ihn als Deutsch-Bengalen war, sich in einen Deutsch-Türken und einen Neonazi hineinzuversetzen und warum er auch Mitgefühl für seine Antihelden hat.

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