Ausstellung Displaced Persons
Zwei Löffel, das war alles, was den Eltern des Münchner Arztes Beno Salamander aus ihrem früheren Leben geblieben war. Sie erinnern an Rywa und Samuel Salamander, Polen jüdischen Glaubens, die sich vor den Nationalsozialisten ins zentralasiatische Turkmenistan gerettet hatten.
Wie für etwa 200.000 andere Überlebende des Holocaust, die nach Israel, in die USA oder andere Länder auswandern wollten, wurde ausgerechnet Deutschland für die Salamanders zur Übergangsstation in ein neues Leben. Sie waren "Displaced Persons". So nannten die Amerikaner ehemalige Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge - Menschen, die infolge des Krieges nicht in ihren Heimatländern lebten und ohne Hilfe weder dorthin zurückkehren noch anderswohin auswandern konnten.
Ausstellung "Von da und dort"
Den Spuren vieler solcher Entwurzelter folgt die Ausstellung "Von da und dort - Überlebende aus Osteuropa", die das Jüdische Museum München im Rahmen der Reihe "Juden 45/90" zeigt. Anhand von Alltagsgegenständen erzählt diese Ausstellung die Lebensgeschichten von Displaced Persons und widmet sich auch dem Lager Föhrenwald bei Wolfratshausen, einem der größten DP-Lager in Deutschland.
Kinderjahre im Displaced-Persons-Lager Föhrenwald
Dort wie anderswo versuchten die DPs ein normales Leben aufzubauen. Sie bildeten junge Menschen aus, publizierten eigene Zeitungen, gründeten Theatergruppen und veranstalteten sogar Boxkämpfe. "War das Leben für uns Kinder unbeschwert und voller Abenteuer, so war es für die Erwachsenen bedrückend und voller Entbehrungen: ein Provisorium mit einer ungewissen Zukunft", schreibt Beno Salamander in seinen Kindheitserinnerungen über die Zeit in Föhrenwald. Er hat sie unter dem Titel "Kinderjahre im Displaced-Persons-Lager Föhrenwald" veröffentlicht.
Die Ausstellung "Von da und dort - Überlebende aus Osteuropa" ist noch bis zum 17. Juni im Jüdischen Museum München zu sehen.

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