Bayerisches Fernsehen - Polizeiruf 110

Polizeiruf 110 Die Lücke, die der Teufel lässt

Uli Steiger wechselt endgültig von der Bundeswehr zur Polizei, um an der Seite Kommissar Papens Dienst zu tun. Doch schon ihr erster Tag wird ein Alptraum: Papen ist noch nicht da, als Uli die Einsatzleitung eines Banküberfalls übernehmen muss.

Stand: 24.03.2010

Eine Frau mit einer Bombe um den Hals hat zwei Millionen erpresst und sitzt nun mit dem Koffer vor der Bank in der Schusslinie der Polizei. Die Frau behauptet, selbst Opfer zu sein, die Bombe hat man ihr angelegt. Wenn sie die Polizei nicht wie verlangt mit dem Geld abziehen lässt, werde man sie in die Luft sprengen.

Info:

Originaltitel: Polizeiruf 110 - Die Lücke, die der Teufel lässt (D, 2009)
Regie: Lars Montag
Darsteller: Stefanie Stappenbeck, Franz Xaver Kroetz, Traute Hoss, Antoine Monot jun.
Buch: Dirk Kämper, Lars Montag
Länge: 90 Minuten
16:9, Dolby Surround, Videotext

Friedl Papen taucht auf, doch Uli Steiger scheint die Situation im Griff zu haben. Umso überraschender die Explosion. Und umso katastrophaler die Folgen: Sowohl die Frau mit der Bombe als auch Friedl Papen kommen ums Leben. Für Uli Steiger ein traumatischer Einstieg. Und es kommt noch schlimmer: Der Geldkoffer ist nach der Explosion auf zunächst völlig unerklärliche Weise verschwunden. Uli Steiger beginnt zu ahnen, dass da ein perfider Plan dahintersteckt. Aber sie wird von den Ermittlungen abgezogen, ihr wird Mitschuld am Tode Papens zugeschrieben.

Uli Steiger (Stefanie Stappenbeck) will die Bankräuberin (Katja Bürkle, li.) stoppen.

Für Uli Steiger gibt es trotzdem nur noch eins: Herausfinden, warum Friedl Papen sterben musste. Erste Spuren führen in die Lochnersiedlung, eine typische Ansammlung von Neubauten für junge Familien am Rande der Stadt. Uli beschließt, dort undercover und trotz Beurlaubung zu ermitteln. Ihr erster Kontakt ist Georg Pranger. Ein undurchsichtiger Mann, ein Einzelgänger und Sonderling.

Wer spielt wen?

Franz Xaver Kroetz

Filmszene aus "Polizeiruf 110 - Die Lücke, die der Teufel lässt" | Bild: picture-alliance/dpa

Franz Xaver Kroetz, 1946 in München geboren, gelang 1971 mit seinen Einaktern "Heimarbeit" und "Hartnäckig" der Durchbruch. In den 70er Jahren gehörte Kroetz mit "Wildwechsel", "Stallerhof" und "Maria Magdalena" zu den meistgespielten Dramatikern auf deutschen Bühnen, sorgte aber auch für Skandale. 1986 brillierte der vielfach preisgekrönte Theatermann mit seiner Paraderolle als Klatschreporter Baby Schimmerlos in Helmut Dietls Kultserie "Kir Royal". 2002 spielte er in der BR-Koproduktion "Andreas Hofer" und im BR-"Tatort: Wolf im Schafspelz". Als Dramatiker hat sich Franz Xaver Kroetz (vorerst) verabschiedet, seine letzten zwei Einakter "Tänzerinnen" und "Drücker" erschienen 2006. Als Regisseur inszenierte er für das Bayerische Staatsschauspiel die Uraufführung von Jörg Grassers Stück "Servus Kabul". Als Schauspieler glänzte er zuletzt in der Titelrolle von Joseph Vilsmaiers Kinofilm "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" (2008).

Traute Hoess

Filmszene aus "Polizeiruf 110 - Die Lücke, die der Teufel lässt" | Bild: BR/Stephen Power

Bekannt wurde die Vollblutkünstlerin vor allem als Theaterschauspielerin, wirkte aber auch in vielen Film- und Fernsehproduktionen mit. 1993 holten Peter Palitzsch und Heiner Müller sie ans Berliner Ensemble, und von 1995 bis 2000 war sie Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum. 2003 gewann Traute Hoess den Nestroy-Theaterpreis für die Beste Nebenrolle als Anne in Thomas Bernhards Stück "Über allen Gipfeln ist Ruh". 2009 spielte sie in Tolstojs Drama "Und das Licht scheint in der Finsternis" unter der Regie von Volker Schlöndorff. Mit Rainer Werner Fassbinder drehte sie 1978 den Kinofilm "Lili Marleen", mit Leander Haußmann 1999 die Kinokomödie "Sonnenallee". Auf der Leinwand sah man sie zuletzt in "Die Entdeckung der Currywurst" (2007) und "Männerherzen" (2008). 2009 stand Traute Hoess für das Drama "Satte Farben vor Schwarz" vor der Kamera.

Antoine Monot, jr.

Filmszene aus "Polizeiruf 110 - Die Lücke, die der Teufel lässt" | Bild: picture-alliance/dpa

Der deutsch-schweizerische Schauspieler, Filmproduzent und Kolumnist Antoine Monot jr. wurde 1975 geboren. Sein Kinodebüt gab er 1994 in der Krimikomödie "Tschäss", seine erste Hauptrolle spielte er 1998 im Kinofilm "Absolute Giganten". Es folgten Kinofilme wie "Lammbock" (2000), "Das Experiment" und "Eierdiebe" (2003). Die Hauptrolle als Momme übernahm Monot jr. 2005 in "Die blaue Grenze", 2006 spielte er in Marcus H. Rosenmüllers Komödie "Schwere Jungs". Auch auf dem Bildschirm ist er häufig zu sehen, so 2000 "Wolfsheim" und in Kai Wessels "Hat er Arbeit" (2001). 2005 drehte er "Die Abstauber" und 2009 "Blondinenträume". 1999 gründete Monot die Schauspieleragentur Creative Artists Management, 2005 war er Mitbegründer und bis 2008 auch künstlerischer Leiter des jährlichen Zurich Film Festivals. 2009 gründete er zusammen mit dem Regisseur Daniel Krauss die Produktionsfirma "Zuckerfilm".

Felix Römer

Filmszene aus "Polizeiruf 110 - Die Lücke, die der Teufel lässt" | Bild: picture-alliance/dpa

1960 in Wien geboren stand Felix Römer schon als Jugendlicher vor der Kamera. Seit 2002 gehört Felix Römer zum Ensemble der Schaubühne am Lehniner Platz und spielte u.a. in Tankred Dorsts "Merlin oder das wüste Land" und Büchners "Woyzeck". Auch als Autor feiert Felix Römer Erfolge: Für sein Stück "Servus, Mama" war er 1991 als Bester Nachwuchsautor in "Theater heute" nominiert. Am Theater Dortmund feierten seine Werke "Nackt" (2001) und "Romexpress" (2007) sowie sein tragisches Lustspiel "Guglhupf" (2008) Uraufführung. Sein jüngstes Stück "Absacker" wird 2010 am Effingertheater Bern uraufgeführt. Darüber arbeitete Felix Römer auch fürs Fernsehen und Kino, so spielte er u.a. in "Gustav Regler" (1994) und 2004 in der TV-Fassung von "Woyzeck". 2009 engagierte ihn Luk Perceval als Erzähler für die Kinodokumentation "Linz, die verborgene Stadt".