Bayerisches Fernsehen - Münchner Runde

Sache des Vertrauens Was dürfen Politiker, was nicht?

Der Bundespräsident steht wegen eines umstrittenen Kredits unter Druck. Hat das Staatsoberhaupt noch das volle Vertrauen der Bürger? Kritik wird immer lauter. Was darf ein Politiker? Darüber diskutiert die Münchner Runde.

Stand: 20.12.2011
Bundespräsident Christian Wulff | Bild: picture-alliance/dpa

Unsere Gäste am 20.12.11

Hildegard Hamm-Brücher, ehemalige FDP-Politikerin

"Es gab bisher keinen Bundespräsidenten, der irgendwelche so halbseidenen Sachen gemacht hat, dass sich die Bürger darüber aufgeregt haben. Deshalb sollte sich ein Bundespräsident sehr klar darüber sein, was auf dem Spiel steht, wenn er nur scheibchenweise Erklärungen abgibt." Sie fordert in der Sendung: "Herr Wulff müsste die Zivilcourage haben, wirklich offen und vollständig zu sagen, was los war." Darüber hinaus meint sie: "Die Politik gibt im Moment ein so miserables Bild ab, dass ich, wenn ich noch mal jung wäre, nicht noch einmal in die Parteipolitik gehen würde."

Hugo Müller-Vogg, BILD-Kolumnist und Autor: "Besser die Wahrheit"

"Ich glaube, man kann schon sagen, dass die Medien dazu neigen, bei Spitzenpolitikern und auch führenden Leuten aus der Wirtschaft gerne zu skandalisieren. Wenn es da eine Verfehlung gibt, wird sofort gerne ein Skandal daraus. Aber wenn ich die Wahl habe, in einem Land zu leben, wo die Medien vor lauter Sorge um die politische Kultur einfach nichts aufdecken, und in einem Land, wo manchmal etwas zu sehr skandalisiert wird, dann lebe ich lieber im zweiten, weil es für die demokratische Kultur besser ist."

Heinrich Bedford-Strohm, Evang. Landesbischof in Bayern

Es muss jetzt darum gehen, "in Respekt vor dem Menschen aufzuklären, was wirklich gewesen ist, und ihm (Herrn Wulff) dringend zu raten, alles auf den Tisch zu legen, was zu sagen ist und dann wird man beurteilen können, ob Fehler gemacht wurden". Des Weiteren sagt er in der Sendung: "Wir können feststellen, dass es wie so oft um das Geld geht. Das macht sich im Moment an der öffentlichen Person fest, das ist aber etwas, was uns als Menschen überall im Land betrifft: Was sind eigentlich unsere Prioritäten? Und da kann man schon sagen, dass das Geld immer wichtiger geworden ist, manchmal fast wie ein Gott verehrt wird."

Moderation

Durch die Sendung führte Sigmund Gottlieb.