Louis Begley Geschichten und Gesetze
Louis Begley ist Amerikas mondänster Schriftsteller. Er schreibt Gesellschaftsromane und zwar in jenem anspruchsvollen Sinn, der dieses Genre spätestens seit Proust auszeichnet. Alles von ihm liest sich ganz leicht und amüsant. Aber es schwingt ein leiser, verzweifelter Grundton darunter.
Die Tragik-Komödie "About Schmidt" mit Jack Nicholson in der Rolle des liebesbedürftigen, aber nicht liebesfähigen Warren Schmidt basiert auf dem gleichnamigen Roman von Louis Begley und erhielt 2003 den Golden Globe sowie eine Oscar Nominierung.
Über dreißig Jahre arbeitete Louis Begley als Anwalt und Partner in einer der renommiertesten New Yorker Kanzleien, bevor er anfing zu schreiben. Mit seinem ersten Buch, dem preisgekrönten Bestseller "Lügen in Zeiten des Krieges" schrieb er sich sogleich in die Weltliteratur. Der Roman erzählt die traumatische Überlebensgeschichte eines jüdischen Knaben im Polen der Nazizeit. Begley hat in seinem Debüt viele autobiografische Daten verarbeitet.
Er emigrierte 1947 im Alter von 14 Jahren mit seinen Eltern nach New York, nachdem seine Familie den Holocaust überlebt hatte. Zur Schule war Louis bis dahin nur ein Jahr gegangen. Sein außergewöhnliches Wesen machte ihn zum brillanten Studenten der Harvard Law School, der Abschluss war zugleich der Eintritt in die amerikanische Ostküsten-Upperclass.
Die Erfahrungen während des 2. Weltkriegs im Untergrund, mit falschen Papieren und unglaublicher Angst, begleiten ihn immer noch. Zugleich ist er der Weltmann, der seinen Platz in der Park Avenue und auf Long Island eingenommen hat, der perfekte Jongleur im Zentrum der internationalen Hochfinanz. Er schöpft beim Schreiben aus dem, was er erlebt hat. Die Banker, Anwälte und Architekten in seinen Romanen sind darin geübt, sich mit Hilfe von ihrem Vermögen und Intellekt über moralische Zwangslagen hinwegzutäuschen.
Der Film von Marion Kollbach bietet erstmalig die Gelegenheit, dem Schriftsteller nahe zu kommen, im Gespräch mit seiner Frau und seinen Kindern. Ein sehr privates Porträt. Louis Begley besucht seinen Sohn, den Künstler Peter H. Begley, im Pariser Atelier. Und seine Tochter, die Schriftstellerin Amey Larmore, erzählt, wie wichtig ihr Vater noch immer für sie ist. In der Brasserie Lipp in St. Germain spricht Louis Begley mit seiner Frau, der Schriftstellerin Anka Muhlstein, humorvoll über das gemeinsame Leben und ihre erste Begegnung.

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