Ein Tag im Leben von Axel Hacke
Wir kennen den Münchner Erfolgsschriftsteller Axel Hacke in- und auswendig. Denn seit Jahren lesen wir Woche für Woche in seinen Kolumnen, wie er, der bemühte Mann unserer modernen Zeiten, den Ansprüchen von Ehefrau und Kindern gerecht zu werden versucht ...
Und wir erleben, wie er über die Absurditäten unseres Alltags staunt, wie er mit den Tücken innovativer Technik kämpft, wie er kein Fettnäpfchen auslässt, und vor allem, welches philosophische Fazit er aus allem diesem zieht. Hacke macht aus seiner Seele keine Mördergrube: Er zieht uns ins Vertrauen, schreibt über seine peinlichsten Beweggründe, verrät uns seine misslichsten Regungen. Kein Zweifel: Wir kennen diesen Mann!
Wir wollten aber den anderen Axel Hacke kennenlernen, den reale Axel Hacke, nicht den aus der Kolumne. An einem mit Terminen voll bepackten Tag ist ihm Filmautorin Sigrid Esslinger von morgens bis spät in die Nacht auf den Fersen gewesen: Beim Joggen, beim Einkaufen, beim Vorgespräch in der Redaktion des SZ-Magazins, beim Treffen mit seinem Illustrator Michael Sowa, mit Antje Kunstmann, deren Verlag ihm so viel verdankt, und schlussendlich am Abend bei einer seiner gefeierten Lesungen. Und all das gibt noch einmal ein ganz, ganz anderes Bild ...
Axel Hacke: Vom Frühsport bis zum Auftritt abends
Jeden Morgen um die gleiche Uhrzeit geht Axel Hacke erst einmal laufen - bei jedem Wetter!
Nach dem Duschen gibt es den Morgenkaffee. "Ich will nicht so direkt ins Büro gehen", sagt Hacke. "Ich muss noch zwischendurch zehn Minuten Leute sehen."
Unterwegs nimmt er sich noch ein paar Zeitungen mit - da er so viel unterwegs ist, lässt er sie sich nicht per Post kommen.
Das Büro ist nur ein paar Häuser von Hackes Wohnung entfernt. Hier hat er die Ruhe zu arbeiten. "Jeder braucht seinen Raum, und ich brauche so einen Raum für mich zum Arbeiten, wo ich die Tür zu mache - und das ist nur mein Raum."
"Der Humor im Alltag ist natürlich etwas, was man sich sozusagen hart erarbeiten muss, und den hat man natürlich in seinem eigenen Alltagsleben viel weniger, als hier beim Schreiben, das ist ja klar", sagt Hacke. "Guter Humor ist etwas, was man dem Alltag auch erst mal abwringen, abgewinnen muss - beim Schreiben geht es ja gerade darum, aus dem Schweren etwas Leichtes zu machen."
Besprechung in der Zeitungsredaktion mit Dominik Wichmann, dem Chefredakteur des SZ-Magazins. Es geht um Axel Hackes Kolumne. Hacke schreibt von Anfang an für das SZ-Magazin.
Mittagspause auf dem Viktualienmarkt, den Hacke liebt. "Ich wohne gerne mitten in der Stadt", sagt er. "Da, wo ich wohne, möchte ich den Frauendom sehen können, ich möchte zum Viktualienmarkt gehen können, zu Fuß, damit ich die Stadt spüre."
Und dann wieder hinauf ins Büro, bis 16.00 Uhr.
Verabredung mit seiner Velegerin Antje Kunstmann. Sie hat ihn unterstützt, bei seinem Entschluss, seine Festanstellung bei der Süddeutschen Zeitung aufzugeben und freiberuflicher Schriftsteller zu werden - obwohl er eine Familie zu ernähren hat. Durch ein Streiflicht in der SZ wurde sie auf ihn aufmerksam und fragte ihn, ob er nicht ein Buch schreiben wolle. Kunstmann brachte Hacke auch mit dem Maler Michael Sowa zusammen, der Hackes Bücher illustriert.
Abends 20.30 Uhr: Auftritt im Münchner Lustspielhaus. Es wird viel gelacht ...
Lange anhaltender Applaus ...
Es ist kurz vor 23.00 Uhr: Hacke beim Signieren. Am nächsten Morgen um 7.30 Uhr wird er schon wieder beim Laufen sein ...

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