Volker Braun Die hellen Haufen
Hätten die arbeitslos gewordenen DDR-Bürger nach der Wende versuchen sollen, engagierter zu protestieren, als sie es getan haben? Volker Braun schildert, wie Kumpels im Kalibau Bischofferode im Stich gelassen wurden, und entwirft die Fiktion eines Aufstands.
Das Kaliwerk Bischofferode in Thüringen. Zu DDR-Zeiten ein wichtiger Arbeitgeber der Region - nach der Wende hatte es 1993 plötzlich ausgedient. Hunderte Kumpel wollten sich damit nicht abfinden, kämpften um ihre Arbeitsplätze, mit Streiks und Demonstrationen, sogar indem sie hungerten. Einige von ihnen marschieren bis nach Berlin zur Treuhandanstalt - vergeblich.
Und das lag eben auch an der mangelnden Unterstützung durch das Volk, daran, dass der Widerstand der Menge ausblieb. Denn in der Marktwirschaft sei eben gerade Widerstand Mangelware, sagt Volker Braun. In seinem Buch "Die hellen Haufen" hinterfragt er jetzt das Scheitern dieser Bemühungen. In seiner Erzählung malt er sich aus, dass diejenigen, die von der Wende überollt wurden, sich zusammentun, um gemeinsam den Aufstand zu wagen. Ein konsequent erzähltes Gedankenexperiment.

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