Bayerisches Fernsehen - LeseZeichen

Tomáš Sedláček Die Ökonomie von Gut und Böse

Die Welt der Wirtschaft - die Ökonomie: Der Prager Wirtschaftsexperte Tomáš Sedláček beschreibt in seinem Buch, dass sie tief verwurzelt ist in der Kultur des Menschen. Und dass es auch bei ihr um die Werte von Gut und Böse geht.

Stand: 02.02.2012
Tomas Sedlacek | Bild: BR

Dass die Wirtschaft sich nicht um moralische Fragen herumdrücken kann, ist Sedláčeks These. Auch die Ökonomie müsse unterscheiden zwischen Gut und Böse. Er sammelt in seinem Buch Belege dafür, dass Wirtschaft und Kapitalismus auf Dauer ohne Ethik nicht funktionieren können, und greift dabei auf Beispiele zurück, angefangen bei Adam und Eva, über die Antike, bis zu Geschichten des Alten Testaments. Sogar Adam Smith, auf den sich die Verfechter einer neoliberalen Wirtschaftsordnung so oft berufen, habe ein ethisches Fundament vorausgesetzt - er sei schließlich auch Moralphilosoph gewesen. Es gehe also bei ihm nicht nur um Eigeninteresse, sondern genauso um die Sympathie für den Anderen. Der Wachstumszwang der Wirtschaft führe zu permanenter Unzufriedenheit, das Glück liege in der Mäßigung, sagt Sedláček.

Tomáš Sedláček

Eine Botschaft und Forderung, die in diesem Fall nicht von außen an die Wirtschaftswelt herangetragen wird: Sedláček, der früher schon den tschechischen Präsidenten Vaclav Havel beraten hat, ist Professor an der Karls-Universität in Prag und Chefökonom einer tschechischen Bank.

Info

Tomáš Sedláček
Die Ökonomie von Gut und Böse
Hanser Verlag
24,90 Euro