Katharina Hacker Eine Dorfgeschichte
Ein eiskalter Wintertag in Berlin. Ausgerechnet an so einem Tag treffen wir die Schriftstellerin Katharina Hacker, um mit ihr über Sommertage auf dem Land zu sprechen.
Katharina Hackers kleines Buch "Eine Dorfgeschichte" erzählt von Kindheit und Sommerfrische. Offenbar hat sie selbst mit ihrer Familie regelmäßig am Dorfleben teilgenommen, wenn auch nur als Gast. Allerdings betont Katharina Hacker, dass die Geschichten, die das Erleben von drei Geschwistern in verschiedenen Ferien widerspiegeln, nicht ihre eigene Geschichte ist. Während sie ein getreues Abbild des von ihr noch heute geliebten Dorfes gebe, seien alle Figuren frei erfunden. Weder reale Dörfler, noch ihre eigenen Verwandten kämen darin vor.
Dazu sagt sie uns im Interview: Schon als Studentin habe sie die Bemerkung von Thomas von Aquin treffend gefunden, wonach nur Gott es sei, der Menschen wirklich erkennen könne. Sie als Autorin könne demnach keine realen Menschen beschreiben, höchstens Figuren erfinden.
Die aber überzeugen: Man empfindet das Ferienglück der Kinder, die auf dem Land besondere Freiheiten genießen. Erlebt, wie sie die Welt der Großen sehen und sich manches nicht erklären können (was im Buch auch nicht aufgeklärt wird). Und erkennt, wie in den Spielen, die sie spielen, Verdrängtes aus der Nachkriegszeit zum Vorschein kommt. Da ist viel Schreckliches, was aus der Erwachsenenwelt in die Welt der Kinder hineindroht. Die Kinder aber vermögen es, all dies in ihre dörflichen Feriensommer zu integrieren, in unvergessliche Sommertage voller Magie.

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