Bayerisches Fernsehen - LeseZeichen


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Helmut Kuhn Gehwegschäden

Helmut Kuhn ist fasziniert vom "Schachboxen", bei dem man zweimal gegen den Gegner antritt: erst Boxen, dann Schachspielen. Der Held seines Romans, der versucht, als Journalist seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist ebenfalls Schachboxer.

Stand: 26.04.2012

Helmut Kuhn beim Boxen | Bild: BR

Kuhns Protagonist Thomas Fritz ist Angehöriger der Digitalen Bohème - er lebt allerdings nicht glanzvoll, sondern muss sehen, wie er sich durchs Leben schlägt. Kuhn beschreibt Berlin von unten - ähnlich wie Döblin das in seinem Roman "Berlin Alexanderplatz" gemacht hat. Was dort das Proletariat war, ist bei Kuhn das Prekariat, das Tag für Tag versucht, über die Runden zu kommen.

Helmut Kuhn

Berlin wird von Kuhn als eine Stadt geschildert, die nach wie vor den Reichen und Mächtigen gehört. Sein Roman "Gehwegschäden" beschreibt ein hartes Pflaster. Feste Strukturen im Arbeitsleben wie im Alltag haben sich aufgelöst.

Fassaden bröckeln ab, wie auch die Illusionen vom besseren Leben. Und dennoch bleibt es möglich, dem Daseinskampf mit Ironie, mit Lust am Leben zu begegnen. Eine Möglichkeit: Schachboxen.

Das Buch

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Helmut Kuhn
Gehwegschäden
Roman
Frankfurter Verlagsanstalt
22,90 Euro


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