Georg Ringsgwandl Das Leben und Schlimmeres
In Murnau treffen wir den vielleicht schrägsten aller bayerischen Kabarettisten: Georg Ringsgwandl. In seinen Bühnenprogrammen gibt es, zwischen den Liedern, immer auch Texte über die Absurditäten unseres Alltags. Und darum geht es auch in dem Buch, das Ringsgwandl herausgebracht hat. Von allzu menschlichen Unzulänglichkeiten bis hin zu widersinnigen behördlichen Verordnungen: eben um "Das Leben und Schlimmeres!"
Bei seinen Geschichten geht Ringsgwandl meistens erst einmal von sich selbst aus. Vielleicht hat er manches, aber sicher nicht alles selbst erlebt. Und manche Geschichte entwickelt sich so abstrus, sie kann natürlich gar nicht wahr sein. Ihm geht es aber offensichtlich darum, die Themen, die ihn anspringen und bei denen er aufzeigen will, wie verrückt sie eigentlich sind, in unser Alltagsleben hineinzuziehen, um zu untersuchen, was du und ich damit eigentlich zu tun haben. Nämlich oft nicht viel. Oder wo es hinführt. Nämlich in die Irre. Da sind Ideologie, gesellschaftlicher Small Talk, öffentlicher Diskurs und behördlicher Eifer ziemlich weit entfernt von unserem realen Leben. Und würden uns verrückt machen, wenn wir versuchten, es tatsächlich so umzusetzen, wie es uns angepriesen wird.
Und so nimmt Ringsgwandl die neuen Segnungen unseres Zeitalters aufs Korn, die Unfruchtbarkeitssprechstunden, Null-Energie-Häuser und die Familienaufstellung, Müllstrafenregister, Kampfhunde und die Suche nach sich selbst ... Und immer ist der Herr - manchmal auch der Herr Doktor - Ringsgwandl mit von der Partie, quasi als pars pro toto für uns alle, als "Ich" von du und ich.
Ein unterhaltsames, intelligentes Buch über alle Kuriositäten unserer Zeit, von einem eulenspieglerischen Sokrates, der mal die Dinge über Äonen hinweg wieder ins rechte Verhältnis setzt, mal in herrlich witzigen Dialogen entlarvt.

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