Bayerisches Fernsehen - LeseZeichen

Frank Westermann Das Schicksal der weißen Pferde

Auch so kann man Weltgeschichte erzählen: Als Geschichte der Lipizzaner, der berühmten Pferderasse. Machthaber verschiedenster Couleur haben sich um ihren Besitz gerissen.

Stand: 02.02.2012
Lipizzaner auf den Weiden des Gestüts Lipica in Slowenien | Bild: picture-alliance/dpa

Ihren Ursprung haben die Lipizzaner im 16. Jahrhundert im Stammgestüt des Ortes Lipica im heutigen Slowenien - auf italienisch "Lipizza". Später werden die Lipizzaner dann in der berühmten Spanischen Hofreitschule in Wien als edle Reitpferde ausgebildet. Nach den Ersten Weltkrieg teilen die Siegermächte die Pferde der Zucht unter sich auf. Später lässt Hitler die Pferde aus dem Balkan holen - und mit dem "Anschluss" Österreichs bringt er auch die "Spanische Hofreitschule" in Wien unter deutsche Kontrolle. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges evakuieren dann die Amerikaner die Lipizzaner, um sie nicht den Russen zu überlassen. Eine Aktion, die Walt Disney in den 60ern verfilmt, als "Flucht der weißen Hengste" - der Kalte Krieg ist damals auf dem Höhepunkt.

Frank Westerman

Westerman folgt dem Schicksal der Lipizzaner durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg, den Kalten Krieg, bis in den Balkankrieg. Seine "andere Geschichte des 20. Jahrhunderts" zeigt, dass die berühmten weißen Reitpferde den Mächtigen immer als prestigeträchtiges Symbol galten, das ihre Macht repräsentieren sollte.

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Frank Westerman
Das Schicksal der weißen Pferde
Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts
C. H. Beck Verlag
19,95 Euro