Bayerisches Fernsehen - Lebenslinien

Lebenslinien "Verbiegen lass i mi net"

Otto Göttler, ein erfolgreicher Weinhändler, kann sich alles leisten - und trotzdem fehlt ihm etwas. Da die Volksmusik ihn fasziniert, kauft er sich eine Zither und gründet den "Bairisch Diatonischen Jodel-Wahnsinn".

Stand: 14.10.2011
Lebenslinien: Verbiegen lass i mi net | Bild: BR/Angelika Stampfer

Als Otto Göttler zur Zither greift, ist er bereits ein erfolgreicher Weinhändler in Giesing. In diesem Münchner Viertel besaßen seine Eltern einen Süßwarenladen. Sie nahmen ihn häufig mit ins Wirtshaus zu Volksmusikabenden. Nach dem Tod des Vaters macht er in dem elterlichen Geschäft eine Weinhandlung auf. Sein Laden läuft so gut, dass er sich mit 32 Jahren schicke Autos und eine teure Wohnung leisten kann. Er ist nun ein erfolgreicher Mann, aber irgendetwas fehlt ihm...

Filminfo

Originalitel: "Verbiegen lass i mi net" (D, 2011)
Regie: Angelika Stampfer
Länge: 45 Min.

Da erinnert er sich an seine Faszination für die Volksmusik. Monatelang umkreist er in einem Musikgeschäft eine Zither. Für ihn ist sie eine "Zauberin", die ihn magisch anzieht. Schließlich kauft er sich die Zither und lernt das Instrument zu spielen. Er überlässt seiner Frau den Weinhandel und wird Musiker, zum Entsetzen seiner Freunde. Mit einigen Gleichgesinnten gründet er 1986 den "Bairisch Diatonischen Jodel-Wahnsinn". Zu Volksmusikklängen bezieht die Gruppe Position für den Umweltschutz und nimmt soziale Missstände aufs Korn.

Erst spielen sie auf kleinen Bühnen und Festivals, und dann - mit wachsendem Erfolg - auch in großen Konzertsälen. Doch Otto ist das "zu weit weg" vom Publikum, er will lieber mit weniger Technik in Wirtshäusern spielen. Als die Erfolgsgruppe nach 15 Jahren zerbricht, bleibt Otto Optimist und fängt etwas Neues an: Mit der Harfenistin Konstanze Kraus gründet er das Duo "Unverschämte Wirtshausmusik".