Mit seiner alten Heimatstadt Dresden verbindet Michael seine Kindheit.
Lebenslinien Mit der Flucht ist es nicht vorbei
Michael Proksch war 1984 bei dem Versuch aus der ehemaligen DDR zu fliehen gefasst und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Im Frühjahr 2009 trifft er in Dresden seine Freunde Christoph und Olaf wieder, mit denen er damals im Zuchthaus Brandenburg einsaß.
Im Frühjahr 2009 fährt Michael Proksch von München nach Dresden. Er will dort nach langen Jahren Christoph und Olaf wiedersehen - Freunde, die er 1984 kennengelernt hatte: im Zuchthaus Brandenburg. Alle drei waren bei dem Versuch, aus der ehemaligen DDR zu fliehen, gefasst und zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. 18 Monate sitzt Michael dort ein. Dann wird er in die Bundesrepublik abgeschoben und kommt nach Bayern.
Filminfo
Originalitel: Mit der Flucht ist es nicht vorbei (D, 2010)
Regie: Angelika Lizius
Länge: 44 Min.
25 Jahre lang hat Michael seine traumatischen Erfahrungen verdrängt und seine ganze Kraft in den Aufbau einer neuen Existenz gesteckt. Nach außen hin hat er es geschafft: Er arbeitet als erfolgreicher Musiker und Komponist in München. Er tritt sogar für die Stiftung "Kunst hinter Gittern" in Gefängnissen in Ost und West auf.
Aber die unverarbeiteten Erlebnisse wirken sich auf sein neues Leben aus. Er kann nicht vertrauen, hat das Gefühl, sich schützen zu müssen und das starke Bedürfnis, viel allein zu sein. Erst mit dem Entschluss, die Vergangenheit aufzuschreiben, fängt er an, sich den Verletzungen zu stellen und die traumatischen Erlebnisse aufzuarbeiten.

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