Freya von Stülpnagel, erfolgreiche Anwältin, Ehefrau und Mutter ...
Lebenslinien Im freien Fall
Freya von Stülpnagel, erfolgreiche Anwältin, Ehefrau und Mutter, wird durch den Freitod ihres Sohnes Benni aus der Bahn geworfen. Nach einer Phase tiefer Trauer und Verzweiflung gibt sie ihren Beruf auf, um sich einer Tätigkeit zu widmen, die ihrem Leben wieder Sinn und Kraft gibt: Sie engagiert sich im Verein "Verwaiste Eltern".
Am 6. April 1998 hat sich Freya von Stülpnagels Leben schlagartig verändert. Sie war gerade beim Skifahren, als sie die Nachricht ereilte, dass sich ihr Sohn Benni mit 18 Jahren das Leben genommen hatte. Benni war eigentlich das Glückskind, der Strahlemann unter den vier Söhnen, die Freya zur Welt gebracht hatte. Er verzweifelte an den Folgen einer langwierigen Virusgrippe, an den depressiven Stimmungen, die ihn über drei Monate hinweg immer wieder einholten.
Filminfo
Originalitel: Im freien Fall (D, 2012)
Regie: Reiner Holzemer
Länge: 45 Min.
Freya von Stülpnagel sagt heute, dass sie im Grunde zwei sehr unterschiedliche Leben gelebt hat. Das erste, das sie oft auch als "unbeschwert" bezeichnet, fand vor Bennis Tod statt, das zweite danach.
Filmautor Reiner Holzemer porträtiert die Geschichte der Kieler Notarstochter, die eigentlich Psychologin werden wollte, dem Vater zuliebe aber Jura studierte. Noch während ihres Studiums gründete sie eine Familie mit vier Kindern und führte über viele Jahre hinweg das, was man eine glückliche Ehe nennt - bis Bennis Freitod sie aus dem Leben riss. "Wir dachten, wir werden nie wieder lachen können", sagt sie über die erste Zeit nach dem tragischen Ereignis. Doch in ihrer tiefen Trauer findet sie Kraft für eine neue Orientierung. Ehrenamtlich betreut sie unter anderem verwaiste Eltern und schreibt gerade an ihrem zweiten Buch über Trauerarbeit. Damit findet sie zurück zu ihrer eigentlichen Lebensidee, anderen Menschen zu helfen.

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