Bayerisches Fernsehen - Lebenslinien

Lebenslinien Der Engel von Ramersdorf

In Brigittes kleinem Laden gibt es fast alles: frische Semmeln, Kaffee, Bier, Groschenromane, Büroartikel, Tiernahrung - und vor allem viel menschliche Wärme. Was sie selbst als Kind schmerzlich vermisst hat, gibt sie heute im Übermaß: Fürsorglichkeit und Liebe.

Stand: 28.12.2012
Lebenslinien Der Engel von Ramersdorf | Bild: BR/Jutta von Stieglitz-Yousufy

Tag für Tag, von 8.00 bis 20.00 Uhr, steht Brigittes Tür für jedermann offen - seit fünfzehn Jahren. Eigentlich hatte sie von einem Geschenke-Shop geträumt. Doch weil sie es jedem Kunden recht machen will, wurde daraus bald ein Gemischtwarenladen. Im Münchner Stadtteil Ramersdorf trifft sich in ihrem Geschäft eine bunte Mischung: Alte, Arme und Kranke aus der Arbeitersiedlung nebenan und junge Familien, die wegen der niedrigen Mieten ins Viertel gezogen sind.

Filminfo Lebenslinien

Originalitel: Der Engel von Ramersdorf (D, 2010)
Regie: Jutta von Stieglitz-Yousufy
Länge: 44 Min.

Viele kennt Brigitte mit Namen, weiß um ihre Sorgen und Nöte. Haben Kunden kein Geld, dürfen sie anschreiben lassen, wieder und wieder. Brigitte schenkt lieber, als dass sie von armen Schluckern den letzten Cent nimmt. Als sie 1950 in München zur Welt kam, waren ihre Eltern arm und blutjung.

Brigitte in ihrem Laden in Ramersdorf.

Zu jung und sozial ungefestigt, befand das Jugendamt und brachte die Zweijährige ins Heim. Dort fand die Kleine sich nicht zurecht und kapselte sich ab. Doch dann entdeckte sie: Wer schenkt, bekommt auch etwas. Heute gibt Brigitte im Übermaß, was sie selbst als Kind schmerzlich vermisst hat - Fürsorglichkeit und Liebe.


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