Lebenslinien Michaela und ihre Quetschenweiber
Als Studentin verdiente sie sich ihr Geld als Straßenmusikerin, gab dann ihr Germanistikstudium auf, wurde hauptberuflich Musikerin und gründete das Frauen-Akkordeon-Orchester "Quetschenweiber".
Weil sie so gut Akkordeon spielt, kam Michaela auf die Idee, ihr schmales Studiengeld als Straßenmusikerin aufzubessern. Fast täglich stand sie in der Münchner Fußgängerzone. Auch noch, als sie 1984 ihr erstes Kind erwartete. Ein interessantes Gesicht, eine fesche Kappe auf dem langen Haar, ein schmales schwarzes Kleid, das an eine berühmte französische Chansonsängerin der 50er-Jahre erinnert, und vor dem hoch gewölbten Bauch ein Akkordeon. So spielte sie bis kurz vor der Geburt ihrer Tochter auf, und eine Woche nach der Entbindung stand sie schon wieder auf der Straße.
Filminfo
Originalitel: Michaela und ihre Quetschenweiber (D, 2011)
Regie: Juliane Schuhler
Länge: 43 Min.
Hätte sich Michaela dem Wunsch ihrer Eltern gefügt, wäre sie heute Bibliothekarin. Stattdessen gab sie ihr Germanistikstudium auf, wurde hauptberuflich Straßenmusikantin - und fühlte sich plötzlich so frei und stark wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Selbst ihre Allergien waren verschwunden. 1997 gewann sie den 2. Preis beim Passauer Scharfrichterbeil und den 1. Preis beim Münchner Grand Prix der Straßenmusik.
Nicht mehr aus Not, sondern aus Leidenschaft arbeitet sie heute als Musikerin, Komponistin und Texterin. Und sie gibt Frauen und Mädchen Akkordeon-Unterricht. Daraus ist 2004 ihr Frauen-Akkordeon-Orchester entstanden, die "Quetschenweiber".

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