Ableben als Alltag Ein Leben mit dem Tod
Sterben gehört zum Leben. Wie einfach ist dieser Satz gesagt. Die meisten jedoch verdrängen das Sterben und den Tod. Er passt eben nicht ins Konzept. Und wenn er dann doch kommt, ein Familienmitglied oder einen engen Freund holt, sind viele mit der Trauer und dem Verlust völlig überfordert. Doch es gibt auch Menschen, für die das Sterben und der Tod zu ihrem Alltag gehören.
Eine Station von laVita-Moderatorin Janina Nottensteiner ist das Klinikum Großhadern in München. Krankheit und auch Tod sind hier allgegenwärtig. Und doch wünschen sich 80 Prozent aller Menschen, eben nicht in so einer Umgebung zu sterben: Zuhause wollen sie das Leben aushauchen, in vertrauter Umgebung. Doch die Realität ist eine andere: Nur sehr wenigen Menschen wird dieser letzte Wunsch erfüllt. Dr. Pia Heußner ist Psycho-Onkologin: Sie betreut krebskranke Patienten psychisch, beschäftigt sich mit deren Depressionen und engagiert sich für mehr Lebensqualität in der Onkologie. Und sie kann der Moderatorin genauer erzählen, was der nahende Tod mit einem Menschen macht.
Der Pfarrer
Und wenn der Tod dann da ist? Auch dann gibt es Menschen, die sich kümmern. Anton Aschenbrenner zum Beispiel. Er war katholischer Pfarrer, und wurde 2003 vom Dienst suspendiert, weil er heiratete und Vater wurde. Seither arbeitet Aschenbrenner als freier Theologe; Hochzeitszeremonien bietet er ebenso an wie Beerdigungen, und er betreibt zwei Trauerwälder im Bayerischen Wald. Über seine Vorstellungen über Leben und Tod, auch über katholische Sichtweisen hinaus, spricht er mit Janina Nottensteiner.
In Teisendorf
Außerdem besucht die Moderatorin den Ort Teisendorf im Rupertiwinkel. Dort erfährt sie, dass es kein Bestattungsinstitut braucht, um verstorbene Angehörige würdig in den Tod zu begleiten, wenn es so engagierte Gemeindeangestellte wie den Standesbeamten Josef Gruber oder Bauhofmitarbeiter und Leichenwagenfahrer Bernhard Baumgartner gibt.
In Teisendorf lebt auch das Ehepaar Fürmann, das ein Fotoarchiv betreibt und für die Trauernden individuelle Sterbebilder entwirft. Oder Schreiner Karl Eisl, bei dem es nicht nur Möbel, sondern auch Särge und Grabkreuze zu kaufen gibt; auch bei ihm gehört der Tod zum Alltag.

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