Bayerisches Fernsehen - laVita

Berufsziel: Spielen Die Theaterakademie Athanor

Sie hat schon sehr früh „Theaterblut geleckt“. Eva Gottschallers Oma leitete ein Kindertheater in Niederbayern – und hier wurde ihr großer Traum geboren: Schauspielerin werden, das wollte sie schon mit fünf. Doch mit den Bewerbungen bei den großen Schauspielschulen begann eine Odyssee. Es hagelte Absagen – bis ihr Weg sie nach Burghausen führte.

Stand: 06.11.2011

„Mein großer Traum war schon immer Schauspielerin zu werden. Das wollte ich schon seit ich fünf Jahre alt bin. Ich bin in Rotthalmünster aufgewachsen, auf dem Bauernhof und wollte natürlich in eine große Stadt, mal was anderes erleben.“

Eva Gottschaller

Sie wollte nach München. Oder nach Linz. In eine große Stadt auf jeden Fall. Burghausen stand überhaupt nicht auf ihrem Plan. Doch als sie bei den renommierten Schauspielschulen in München und Linz scheiterte, wollte sie erst mal alles hinschmeißen.Traum geplatzt?

Traum geplatzt?

Aber was sollte Eva Gottschaller sonst machen? „Von Bürokauffrau bis Biochemie studieren…. Aber da war das Gefühl nicht da, das will ich wirklich mein ganzes Leben lang machen“, erinnert sie sich. Also startet sie einen letzten Versuch – und bewirbt sich an der staatlich anerkannten Theaterakademie Athanor in Burghausen. Seit 1995 werden hier Schauspieler ausgebildet – hoch oben über der Altstadt, in der Burganlage.

Endlich Erfolg!

Davis Esrig ist Begründer und guter Geist der Theaterakademie Athanor

Eva hatte zwei Tage Zeit die Dozenten von ihrem Talent zu überzeugen. Darin unterscheidet sich die Akademie von vielen anderen Schauspielschulen. Auch Professor Davis Esrig, Begründer und guter Geist der Akademie, sah sich die junge Frau an. „Ich bin zur Aufnahmeprüfung hergekommen, war total aufgeregt, hab mich hier aufgehoben gefühlt, jeder wird individuell gefördert, das find ich hier ganz große Klasse“, schwärmt sie noch heute von den aufregenden Tagen. Sie wurde genommen - und hat jetzt im ersten Ausbildungsjahr bereits einen vollgepackten Stundenplan. Vier Jahre dauert die Ausbildung, die monatlich 325 Euro kostet.

Tolles Flair und trotzdem in der Provinz

Mitschülerin Johanna liebt das Flair der Burganlage

Doch wie ist das nun – Schauspiel lernen in der Kleinstadt? Johanna, Mitschülerin und Freundin von Eva, sieht das positiv: Die Burg sei einfach ein idealer Platz für die Schauspielschule. „Es ist ein Wahnsinnsflair hier“, sagt sie. Eva sieht aber nach wie vor auch einen gravierenden Nachteil – die Abgeschiedenheit: „Das Problem hier ist, dass wir in der Provinz sind und die Theater verstreut sind. Wir brauchen also 2 bis 3 Stunden um in ein richtiges Theater zu kommen und das ist schon ein bisschen schade“, sagt sie.

Zwischen Freundschaft und Konkurrenzkampf

Schuspielschülerin Svetlana weiß, dass sie sich später durchkämpfen muss

Freundinnen hat Eva hier bereits gefunden – doch wird diese Verbundenheit von Dauer sein? Was ist mit dem Konkurrenzkampf, der sich unter Schauspielern fast zwangsläufig entwickelt? Schließlich ist die Schauspielerei ein hart umkämpftes Metier. Im Moment seien sie alle Teamplayer, erklären die jungen Frauen. Schließlich müssten sie vier Jahre lang zusammenarbeiten. Doch eine Ahnung davon, wie man sich in der Theaterwelt durchsetzen muss, bekommt man auch im studentischen Probebetrieb: Da wird dann auch schon mal um einzelne Sätze im Theaterstück gerungen. „Aber vielleicht ist es auch gut, weil wir müssen uns auch später durchkämpfen“, sagt Schauspielschülerin Svetlana. Kein Wunder, dass hin und wieder auch Zukunftsängste in den Schülerinnen und Schülern aufkommen. Nicht viele Schauspielschüler können wirklich Fuß fassen in ihrem erlernten Beruf.

Ein Herz für die Bühne

Eva ist optimistisch. Sie lernt in der Akademie alles von der Pike auf – und steht dabei auch regelmäßig vor der Kamera. Doch ihr Herz schlägt momentan noch für die Bühne. Und hier würde sie auch am liebsten landen. „Mein großer Traum wäre, auf einer großen Bühne engagiert zu werden, auf alle Fälle, dass ich weiterhin Theater machen kann“, sagt sie. Toi Toi Toi.