Leidenschaft Dampf Erfüllung von Kindheitsträumen in Aßling
Sie fahren mit Wasser, Steinkohle und Feuer - und fauchen und dampfen, dass nicht nur den Kleinen das Herz aufgeht: Anderswo mag die Zeit der Dampflokomotiven längst vorüber sein, doch im oberbayerischen Aßling, da hat man sie wieder zu neuem Leben erweckt - zumindest im Kleinformat.
Eine Elektrolok, die wäre Karl-Heinz Donauer viel zu langweilig. Der Chef vom Aßlinger Dampfbahnclub braucht den Dampf, den Geruch, die besondere Mechanik der Lok, um glücklich zu sein.
Und dieses Glück will er auch teilen – nicht nur mit seinen Clubkollegen: Einmal im Monat werden im Aßlinger Eisenbahnpark die Kessel beheizt und fauchend und tutend die Fahrt aufgenommen – und zwar für alle, die ein Billet lösen und im zügigen Schritttempo den Miniaturpark erkunden wollen.
„Das war unser Hauptbestreben, dass man was für Kinder macht, dass sich was rührt. Es ist ja nicht schön, wenn man bloß mit der Lok allein rum fährt, da gehören Kinder rauf, und die haben die höchste Freude. Und wir natürlich auch, das ist klar, für uns ist das auch etwas Schönes“, sagt Karl-Heinz Donauer.
Die Dampfmaschine
Die Dampfmaschine
Angefangen hat die Dampfkraft-Leidenschaft für Donauer in seiner Werkstatt: Hier hat er vor etwa 23 Jahren eine Dampfmaschine entworfen und gebaut. Einen Jugendtraum hat er sich damit erfüllt. Doch die Dampfmaschine ist mehr als ein großes Spielzeug: Sie produziert Strom und erzeugt Wärme. „Wir beleuchten die Werkstatt und heizen das Haus und die Werkstatt. Das ganze Wohnhaus ist da angeschlossen, und das kann man leicht heizen“, schwärmt Karl-Heinz Donauer.
Ansteckende Leidenschaft
Die Leidenschaft für Modelleisenbahnen ist übrigens genetisch bedingt. Auch Karl-Heinz Donauers Vater war ein Bastler mit Leib und Seele. Dessen großer Traum: Er wollte die südafrikanische Schnellzuglok 2D2 nachbauen. Nach 20 Jahren war das detailgetreue Modell fertig. Die Begeisterung für den Modellbau in verschiedenen Spurweiten steckte viele Aßlinger an: 1990 wurde der Dampfbahnclub gegründet.
Der Eisenbahnpark
Aber natürlich wollten die Eisenbahnfans ihre Prachtstücke auch in Aktion erleben – und so erfüllten sie sich mit großem persönlichem Einsatz den Traum eines eigenen Eisenbahnparks. „Wir haben zehn Jahre gebraucht, bis wir das ganze Gelände gebaut haben. Der zweite Vorstand hat sich damals sogar einen Bagger gekauft, um das alles umzugestalten. Wir mussten den Weiher ausgraben, dann musste aufgefüllt werden - der Tunnel ist ja betoniert worden und dann überschüttet worden -, also das war sehr viel Erdbewegung“, erinnert sich der Vorsitzende. Doch jetzt ist er fertig, der große „Männerspielplatz“, der auch den Kindern viel Freude macht.

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