Entfernte Galaxien Der Kult der StarTreks-Fans
10 Jahre war Thomas Brückl alt, als im elterlichen Garten ein Raumschiff landete. Sein Vater, ein Schreiner und glühender Raumschiff-Enterprise-Fan, hatte ihm ein hölzernes Raumschiff im Garten gebaut. Und seit Thomas hier auf der Kommandobrücke stand, ließ ihn diese Leidenschaft nicht mehr los…
Sternzeit: 1972. Ort: Ottobrunn bei München. Die Serie „Raumschiff Enterprise“ mit Kirk, Spock und Co eroberte die deutschen Wohnzimmer.
Damals war Thomas Brückl ein Kind und sein Vater sah am Samstagabend lieber Science Fiction als die Sportschau. Der Schreiner baute seinem Sohn in den Garten ein Raumschiff – und machte ihn damit zum unheilbaren Trekkie.
„Es war so ein richtiges Raumschiff im Garten, hat ausgeschaut wie eine Mischung zwischen Apollo-Kapsel und Gartenhäusl. Mit Kommandosessel, Alarmstufe Gelb-, Alarmstufe Rot-Knöpferl. Ich war der Commander und die Nachbarstochter hat die Uhura gespielt, und das war so richtig Raumschiff Enterprise live“, erinnert sich Thomas Brückl noch heute.
Liebe per Star Trek
Das Raumschiff gibt es leider nicht mehr, aber der mittlerweile 49-Jährige ist der Serie nach wie vor treu geblieben. Besser gesagt: Die Liebe ist neu entflammt – an seinem 29. Geburtstag, als ihm ein Freund einen Bausatz für das Modell der Enterprise geschenkt hat. Heute hat er jede Menge Modelle – und nicht nur das. Sogar seine Lebenspartnerin hat er dem Star-Trek-Fieber zu verdanken.
Denn: Thomas besucht regelmäßig Conventions, so nennt die Star-Trek-Gemeinde ihre Treffen. Rund 5.000 Trekkies finden sich da Jahr für Jahr ein – und in dieser „großen Familie“ lief ihm dann auch Monika Ledermann über den Weg. Die Bernerin und der Ottobrunner sind seit zwei Jahren ein Paar und kürzlich zog Monika zu Thomas. Die beiden teilen neben der Wohnung auch die Faszination an Science Fiction – insbesondere an Star Trek. Denn hier würden Konflikte diplomatisch gelöst und man würde friedlich mit fremden Wesen umgehen, wie beide betonen. Das sei nicht unbedingt normal in den Weltraum-Geschichten.
Gummiohren und Trekdinner
Doch „nur“ die Filme zu sehen, das reicht Thomas Brückl nicht: Immer wieder taucht er auch direkt ein, in die Welt von Star Trek: Als gelernter Raumausstatter ist Thomas handwerklich und künstlerisch geschickt und hat sich so schon mehrere originalgetreue Kostüme, Masken aber auch „Körperteile“ wie die typischen Vulkanier-Ohren, hergestellt. Einer seiner Lieblingsfiguren ist der böse Androide Lore aus „Next Generation“.
Und als solcher besucht Thomas dann auch gerne das „Trekdinner“ in München. Einmal pro Monat treffen sich die Trekkies in einer Gaststätte und plaudern über ferne Welten – natürlich auch gerne in voller Montur.
Vollblut-Trekkie
Hier sitzt normalerweise auch Daniel Niedermayr mit am Tisch: Der 27-Jährige ist komplett vom Star-Trek-Virus befallen: Er ist nicht nur ein unglaublicher Experte, sondern seine gesamte Wohnung besteht aus Utensilien der Science-Fiction-Serie. Hier gibt es Uniformen, CDs, Bücher, Modelle, Sammelteller, ein Star-Trek-Telefon oder Schachspiel. Seine Sammelleidenschaft sei – wie er selbst sagt – etwas ausgeartet. Doch Star Trek ist eben seine Welt. Und es bestimmt auch seine moralischen Werte. „Es ist nicht so, dass Star Trek mein Leben überflutet hat, sondern es erwischt einen - wie die erste Liebe auf der Straße.“

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