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Einsame Nächte Der Bergfotograf

Die Schönheit der Berge in Bilder einzufangen - davon und dafür lebt Bernd Ritschel. Er ist Bergfotograf, sein Lieblingsrevier: die Alpen. Doch welchen Einsatz er für seine wundervollen Aufnahmen bringen muss, das lässt sich für den Betrachter nur erahnen.

Stand: 19.02.2012
Der Bergfotograf Bernd Ritschel | Bild: BR

"Die Bergfotografie ist für mich ein Riesenabenteuer. Ich erlebe so oft extreme Momente in den Bergen, egal ob hier oder im Himalaya oder in den Anden. Das Wetter, die Verhältnisse sind oft unberechenbar - und allein das macht die Bergfotografie zu einem ständigen Abenteuer", erklärt er.

Die winterliche Bergwelt liefert faszinierende Bilder

Und gerade der Winter fasziniert den Fotografen: Die Elemente sind spektakulär, das Wetter macht die Natur noch wilder und bizarrer - das liefert fantastische Bilder. Doch um diese Aufnahmen machen zu können, muss Bernd Ritschel auch schon mal auf dem Gipfel übernachten.

Bernd Ritschel erklimmt die Berge ...

"Das Alleinübernachten auf einem Gipfel, damit hab ich eigentlich kein Problem. Da hab ich weder Angst, noch Bedenken, noch ein ungutes Gefühl im Bauch. Ich fühl mich hier oben eigentlich wesentlich sicherer als unten in der Nähe von Städten", sagt er.

Lebensbedrohliche Situationen

... um dieser Natur ganz nahe zu sein.

Trotzdem hat der gebürtige Wolfratshausener in den über 20 Jahren seines Berufslebens schon wirklich gefährliche Situationen meistern müssen: Schon einige Male sei er "in Lawinen gesessen", hat lebensgefährliche Situationen hinter sich. "Aber mit diesen Ereignissen wächst man auch, bekommt man erst die Erfahrung hab ich das Gefühl", sagt er.

Eine Nacht hoch auf dem Berg und völlig alleine - das ist für Bernd Ritschel kein zu hoher Preis dafür...

Alleine in über 2000 Meter Höhe, eingemummelt im Biwak im Schnee liegend, die Weite des Himmels über sich - so hat Bernd Ritschel manche Nacht seines Lebens verbracht. Und die wirklich wichtigen Entscheidungen getroffen. "Ich schalte hier oben wirklich komplett ab. Man sieht die Dinge hier oben durchaus auch wieder mit anderen Augen. Du hast hier oben einfach einen anderen Blickwinkel auf alltägliche Probleme, die sind erst einmal weit weg. Das ist eine ganz eigene Energie, eine ganz eigene Atmosphäre auf so einem Gipfel, die einem auch Kraft geben kann", schwärmt der Fotograf, der heute in Kochel lebt.

... am nächsten Morgen ein besonders spektakuläres Bild zu schießen.

So eine Nacht in den Bergen ist jedoch nicht nur kalt, sie kann auch sehr lang sein. Doch dann schimmern endlich die Berge bläulich im ersten Morgenlicht. Jetzt drückt Bernd Ritschel auf den Auslöser - und fängt die unglaubliche Atmosphäre ein. Nicht umsonst gilt er als einer der besten Bergfotografen der ganzen Welt.