Flatterhaft Schmetterlinge vor der Kamera
Es gibt wenige Zweibeiner, die sich mit wunderschönen farbenprächtigen Sechsbeinern auskennen. Fritz Wittmann ist einer von ihnen. Doch Schmetterlinge aufspießen und sammeln – das kommt für ihn seit vielen Jahren nicht mehr in Frage. Er jagt die bunten Falter nur noch visuell.
Fast 4.000 Schmetterlingsarten gibt es alleine in Mitteleuropa. Viele Arten sind allerdings bedroht. Ein Grund, warum Fritz Wittmann aufgehört hat, die Flatterer zu sammeln.
„Ich spieße schon lange keine Schmetterlinge mehr auf. Und meine Sammlung, die ich habe, ist schon 60 Jahre alt. Es sterben auch soundsoviele aus und besonders bei uns in den Industrieländern haben wir das Dilemma, durch Pestizide, durch intensive Landwirtschaft usw. dass hier mehr zugrunde geht“, klagt er.
Die vier Leben der Schmetterlinge – auf Film
Bildergalerie
Fritz Wittmann ist zwar noch mit dem Schmetterlingsnetz unterwegs, aber nur, um seine Beute filmen zu können. Und so sind ganze Filme entstanden über die vier Leben der Schmetterlinge - ihre Metamorphose vom Ei zur Raupe zur Puppe zum Falter. Er hat den genauen Blick: Fritz Wittmann entdeckt die winzigen Schmetterlingseier überall. Er hat eben gelernt genau hinzusehen – und dabei die großen Wunder zu entdecken. Stundenlang saß der Amateurfilmer beispielsweise vor einem Ei unter einem Brennnesselblatt, so lange, bis die kleine Raupe geboren wurde. Und auch diese eher ungeliebten Tiere sind beeindruckend. Das belegt der Rentner mit wirklich sensationellen Aufnahmen.
Bunte Raupen & besondere Kokons
Bildergalerie
Wahre Schönheiten befinden sich unter den Raupen, die sich in kurzer Zeit kugelrund fressen. Und was tut man nach einem ausgiebigen Mahl? Genau – schlafen! Die einen vergraben sich in der Erde, andere spinnen und weben sich jetzt einen festen Kokon zum Verpuppen. Und auch hier ist Fritz Wittmann zur Stelle: Er behält die Kokons genau im Auge. „Beispielsweise bei einem Totenkopfschwärmer: Da hat sich die Puppe verfärbt, dann wusste ich, dass der Schlupf beginnt. Dann war ich von acht Uhr abends bis nachts um drei Uhr an dem Kasten gesessen, wo der Schmetterling schlupfen sollte, und er ist dann auch gekommen, so um Mitternacht“, erinnert er sich. Die Aufnahmen belohnen ihn für diesen Einsatz. Ein unvergesslicher Augenblick – festgehalten mit seiner Kamera! Bis ein Falter schlüpft, vergeht übrigens manchmal viel Zeit: Bis zu fünf Jahren kann eine Puppe reglos in der Erde liegen.
Besondere Begegnungen
Bei den Wittmanns im Garten können sie das unbeschadet, da nimmt Ehefrau Lissy Wittmann auch das eine oder andere Opfer in Kauf – und verfüttert zum Beispiel ihre Glockenblumen mehr oder weniger freiwillig an eine Horde hungriger Raupen. Dafür durften die Wittmanns auch ganz besondere Begegnungen mit den Schmetterlingen haben: Zum Beispiel fressen sie dem Forscher auch schon mal aus der Hand.
Kampf für die Falter
Der Schmetterlingsfreund kämpft dafür, dass seine Aufnahmen nicht eines Tages nur noch als Erinnerungen an ausgestorbene Falterarten dienen. Denn: Über die Hälfte aller Schmetterlinge bei uns sind gefährdet. Doch was kann man dagegen tun? Das Rasenmähen und Brennnesseljäten, meint Fritz Wittmann, sollte man sich überlegen. Denn zu unseren Füßen tobt jeden Sommer ein Überlebenskampf, den wir kaum wahrnehmen.

Wetter



