Monsieur Wiener Ein Tüftler der analogen Fotografie
Er sagt von sich selbst, er sei ein "Dinosaurier" - denn Gerard Wiener liebt die Fotografie noch analog. Die alten Kameras, die sind für ihn die wahren Meisterwerke der Technik. Und so repariert sie der Franzose noch heute, in seinem kleinen Refugium in der Münchner Landwehrstraße.
Nikon, Agfa, RolleiFlex, Leica, Hasselblad - all diese Markennamen lassen das Herz von Gerard Wiener höher schlagen.
Schon seit über 50 Jahren bestimmen sie sein Leben, denn bereits als junger Mann begann er eine Ausbildung in einer kleinen Fotowerkstatt – in Paris. Eigentlich kam er zum Fotoapparat eher zufällig, denn ein Freund hatte ihm damals in der Metro von dem kleinen Laden erzählt. Und da der nur einige Meter von seiner elterlichen Wohnung entfernt lag, fing er dort eine Ausbildung an. Das war zunächst vor allem eines: praktisch.
Von Caracas und silbernen Bären
Doch dann wurde Leidenschaft draus. Und ein aufregendes Leben. Denn Monsieur Wiener blieb nicht in Paris: Mit 18 packte ihn das Fernweh und er ging nach Caracas in Venezuela. Hier in Südamerika besuchte er die Universität, um Kameramann zu werden. „Es ist leider nix draus geworden, aber wir waren eine Gruppe und wir haben einen Kurzfilm gedreht. Er hatte den Titel "Gigimito" und wir haben dafür in Berlin einen silbernen Bären bekommen“, erinnert er sich lächelnd zurück.
Die kleine Werkstatt in München
Vor 30 Jahren kam er dann mit einem Freund nach München. Sie eröffneten eine kleine Fotowerkstatt - und bald sprach sich herum, dass die beiden hier etwas können. Noch heute bringen die Menschen ihre alten Schätze hierher - und das nicht nur aus München, sondern sogar aus der ganzen Welt. Monsieur Wiener hat eben ein besonderes Gespür für die alten Kameras. Er ist ein echter Tüftler.
Ein Fels in der Strömung
Und das muss er auch sein, denn für viele der Apparate, die er bekommt, gibt es keine Ersatzteile mehr. Gerard Wiener jedoch hat sein eigenes Ersatzteillager, denn er schmeißt keine Kamera weg. So gibt es nur selten wirklich hoffnungslose Fälle für ihn. Er ist eben ein Fels inmitten eines reißenden Stroms - des Stroms der Wegwerfgesellschaft.

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