Vive la Chanson! Eine junge Französin singt in Nürnberg
Sie wollte in eine deutsche Großstadt – und landete in Nürnberg. Doch mittlerweile findet die Französin Dany Tollemer Stadt und Sprache wunderbar. So wunderbar, dass sie die beiden Kulturen näher zusammenführen möchte. Und das versucht sie mit Musik…
„Ich hatte immer in mir diesen Wunsch, für längere Zeit in Deutschland zu bleiben und als es hieß, jetzt werde ich ein Jahr lang in Deutschland verbringen, da wollte ich schon was Besonderes - und habe nach Berlin, Hamburg oder München gefragt. Und dann wurde ich nach Nürnberg geschickt.“
Der Metropolen-Traum war für Dany Tollemer, die selbst aus einer kleineren Stadt im Westen Frankreichs kommt, geplatzt. Als Fremdsprachenassistentin kam sie nach Franken – doch sie merkte schon bald, dass ihr der Beruf hier alleine nicht mehr reichte.
Die Sprache auf die Bühne bringen
Sie wollte ihre Sprache auf die Bühne bringen. Und da Dany bereits in Frankreich gesungen und Theater gespielt hatte, wollte sie das auch in Nürnberg versuchen. Was lag näher, als französische Chansons zu singen?! Dafür fand sie einen Verbündeten: den Fürther Pianisten und Komponisten Andreas Rüsing.
Eine Menge Missverständnisse
Die Französin und der Franke – kann das gut gehen? Ja, wenn es auch eine Menge Missverständnisse zu überwinden gab. Da wäre schon alleine die unterschiedliche Tonbezeichnung in Frankreich und Deutschland.
Und auch was die Liedauswahl betrifft, war man nicht immer einer Meinung: Manch französischen Schlager kann die Französin schlichtweg nicht mehr hören – die Deutschen lieben die Lieder aber. Da mussten Kompromisse her.
Immer noch Heimweh – und doch zuhause
Und sonst? Ist die Französin schon Fränkin geworden? Das Heimweh ist immer noch groß, auch wenn Dany Tollemer bereits seit vier Jahren in Franken lebt. Gerne würde sie ihre Familie und Freunde in Frankreich öfter besuchen. Und doch fühlt sie sich mittlerweile auch in Nürnberg zuhause, auch den fränkischen Dialekt kann sie schon recht ordentlich nachahmen. „Müsste ich jetzt zurück nach Frankreich, wäre das echt schwer“, sagt sie. Das Schönste sind aber wohl die Momente, in denen sie auf einer Bühne das Mikrofon in die Hand nehmen kann. Denn das liegt ihr besonders am Herzen: Als Künstlerin eine Brücke zu schlagen zwischen den Kulturen.

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