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Drama We Need To Talk About Kevin

Vor zwei Jahren hat Evas Sohn Kevin an seinem 16. Geburtstag Schwester und Vater ermordet und anschließend an seiner Schule ein Blutbad angerichtet. Eva muss nun mit leidvolle Erinnerungen fertig werden. Starkes Drama mit einer beeindruckenden Tilda Swinton in der Hauptrolle.

Von: Kirsten Liese Stand: 08.08.2012
We Need To Talk About Kevin - Filmszene | Bild: Fugu

Vom Tag seiner Geburt an bereitet Kevin seiner Mutter Probleme. Der kleine Satansbraten schreit unentwegt, will später nicht "Mama" zu ihr sagen und macht noch im Schulalter absichtlich in die Windeln.

Ein Satansbraten: Der junge Kevin drangsaliert seine Mutter.

Von da an werden die Sabotage-Akte heftiger. Maliziös demoliert der kleine Kevin Mutterns kostbare Landkarten oder stiftet seinen naiven Vater an, ihn zum Bogenschützen auszubilden ... bis sein Pfeil das linke Auge der Schwester trifft. Aber selbst diese alarmierende Katastrophe verändert nichts. Niemand redet mit dem Jungen, niemand holt einen Psychologen, man lässt ihn gewähren.

Schockierender Horrortrip

Filminfo

Originaltitel: We Need To Talk About Kevin ( GB, 2011)
Regie: Lynne Ramsay
Darsteller: Tilda Swinton, John C. Reilly, Ezra Miller
Länge: 112 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 16. August 2012

Die Schottin Lynne Ramsay inszeniert einen schockierenden Horrortrip nach dem gleichnamigen Roman der US-Autorin Lionel Shriver und knüpft mit ihrem Film thematisch an Gus van Sants preisgekröntes Drama "Elephant" an. Während jedoch letzterer detailliert die Vorbereitungen zu einem Schulmassaker dokumentiert, konfrontiert Ramsay ihre Zuschauer mit provokanten, unbequemen Fragen, die vor allem die Rolle der Mutter betreffen: Darf sie ihr Kind nicht lieben?

Grandiose Tilda Swinton

Tilda Swinton spielt eine Mutter, die ihr Kind nicht liebt.

Eva kann gewisse negative Empfindungen nicht leugnen. Einmal parkt sie den Kinderwagen an einer Baustelle, damit der Lärm das Babygeschrei übertönt, ein anderes Mal bricht sie dem kleinen Rebellen in Weißglut versehentlich den Arm. Großartig, wie Hauptdarstellerin Tilda Swinton diese ambivalente Figur anlegt, gleichsam als eine Mater Dolorosa und Kriegerin, zerbrechlich und stark, hin- und her gerissen zwischen Wut und Schuldgefühlen.

Verstörendes, packendes Kino

Ein Amokläufer mit 16 Jahren: Kevin (Ezra Miller)

Dazu passt es, dass Regisseurin Ramsay die Ereignisse nüchtern in traumartigen Rückblenden inszeniert. Es sind sehr eindrucksvolle, teils auch bizarre, surreale Bilder, dominiert von roten Flüssigkeiten aller Arten. In jeder Hinsicht ist "We need to talk about Kevin" somit eine packende, verstörende  Melange aus Familiendrama, Charakterstudie und Psychothriller.


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