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Oscar-Gewinner The Artist

Als ein Stummfilmstar die Bedeutung des Tonfilms unterschätzt, folgt der tiefe Fall, während neue Stars geboren werden. Melodramatische Liebeskomödie, die nicht nur im Zeitalter des Stummfilms spielt, sondern auch als Stummfilm inszeniert ist. "The Artist" wurde mit fünf Oscars ausgezeichnet.

Autor: Louis Vazquez Stand: 28.12.2011

Hollywood, Ende der 1920er-Jahre. Mit gewinnendem Lächeln und schelmischem Zwinkern begeistert der gefeierte Stummfilmstar George Valentin (Jean Dujardin) nicht nur ein Millionenpublikum, sondern wickelt auch Schauspielkollegen und Produzenten lässig um den Finger. Seine Abenteuerstreifen sind Kassenschlager. Ihm ist längst gelungen, was die unbekannte, kesse Tänzerin Peppy Miller (Bérénice Bejo) noch erreichen will: eine glanzvolle Karriere. Eine Begegnung mit Valentin nutzt Peppy frech als Eintrittskarte ins Filmgeschäft.

Verkehrte Rollen

Der Stummfilmstar George Valentin feiert einen Erfolg nach dem anderen, ...

Bald aber verkehren sich die Rollen. Als der Tonfilm für Furore sorgt, hält Valentin fatalerweise am Stummfilm fest und verspekuliert sich in jeder Hinsicht. Peppy dagegen ist ganz oben angekommen. Während sie die Schlagzeilen dominiert, wird der verarmte Valentin schnell vergessen. Da bietet sich Hilfe an, die er nicht erwartet hat – und die er aus verletztem Stolz auch gar nicht will.

Preisgekrönt

"The Arist" ist der große Oscar-Gewinner 2012: Er gewann einen Academy Award als "Bester Film" sowie in den Kategorien "beste Regie", "bester Hauptarstellern", "beste Kostüme" und "beste Filmmusik". Es ist die Fortsetzung einer erstaunlichen Erfolgsgeschichte: Zunächst gewann Hauptdarsteller Jean Dujardin bei den Cannes Filmfestspielen 2011 als "bester Darsteller". Bei den Golden Globes 2012 wurde "The Artist" dann mit drei Preisen als beste Komödie, für den besten Darsteller in einer Komödie (Jean Dujardin) sowie für die beste Filmmusik (Ludovic Bource) ausgezeichnet. Der Film gewann zudem sieben BAFTA-Awards, die britischen Filmpreise, die im Februar in London verliehen wurden. Unter anderem gewann "The Artist" in der Kategorie "bester Film" und "beste Regie".

Einer der meisterwarteten Filme

...bis ihm die Tänzerin Peppy, die die Zeichen der Zeit erkennt und an den Tonfilm glaubt, den Rang abläuft.

Der Film, den Regisseur Michel Hazanavicius nach eigenem Drehbuch inszeniert hat, dürfte zu Recht eine der meisterwarteten Produktionen des Jahres sein. Denn "The Artist" begibt sich auch stilistisch in die Zeit, in der er spielt. Schwarzweiß, im 4:3-Format und nicht zuletzt ohne Dialoge, erinnert der Film an die großen Stummfilm-Melodramen von Friedrich Wilhelm Murnau oder Fritz Lang. Aus dem Fehlen der Stimmen bezieht er seine verspielte, selbstreflexive Komik. Beispielsweise eröffnet er ausgerechnet mit der Großaufnahme eines zum Schrei aufgerissenen Munds, zu dem freilich nur Musik zu hören ist.

Glanzvolle Ära im Umbruch

Die ehrgeizige Tänzerin macht in Hollywood Karriere.

"The Artist" zeigt glaubwürdige Bilder einer glanzvollen Ära im Umbruch. Mit Valentin, für den der US-amerikanische Schauspieler und Filmproduzent Douglas Fairbanks Pate gestanden hat, und der stets natürlich wirkenden Peppy treffen Vertreter zweier unterschiedlicher Zeitalter und Schauspielstile aufeinander. Eine ähnlich fantasievolle Auseinandersetzung mit dem Stummfilm bot zuletzt der leider wenig bekannte argentinische Film "La antena" (2007, Regie: Esteban Sapir).

Perfekt besetzte Liebeserklärungs ans Kino

Filminfo

Originaltitel: The Artist (F/B, 2011)
Regie: Michel Hazanavicius
Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman
Länge: 100 Min.
Kinostart: 26. Januar 2012

"The Artist" ist eine bis in die Nebenrollen (mit John Goodman oder Penelope Ann Miller) perfekt besetzte Liebeserklärung an das Kino. Dreharbeiten an Originalschauplätzen und eine liebevolle Ausstattung runden das beeindruckende Bild ab: die erste Sensation des jungen Kinojahres.