Bestellerverfilmung Simon
Basierend auf dem Bestseller von Marianne Fredriksson erzählt Regisseurin Lisa Ohlin die epische Geschichte eines jüdischen Adoptivkindes, das sich als Jugendlicher auf die Suche nach seinen Wurzeln begibt.
Unbeschwert und doch nicht restlos glücklich wächst der kleine Simon (Jonatan S. Wächter) Anfang der 1940er-Jahre in der Nähe von Göteborg auf. Seine Mutter (Helen Sjöholm) setzt gegen den Willen des Vaters durch, dass Simon eine höhere Schule in der Stadt besuchen darf. Dort freundet er sich mit Isak (Karl Martin Eriksson), einem gleichaltrigen Mitschüler an, dessen jüdische Familie gerade noch rechtzeitig aus Nazideutschland ins neutrale Schweden fliehen konnte.
Ein Geheimnis droht eine Familie zu zerstören
Als sich Isak beim Einmarsch der Deutschen weigert, weiter zur Schule zu gehen, nehmen Simons Eltern den traumatisierten Jungen bei sich auf. So wächst der Kontakt zwischen den Familien, und immer mehr entdeckt Simon in Isaks reichem Vater Ruben Lentov (Jan Josef Liefers), der einen Buchladen führt und ihn in die Geheimnisse der Musik einweist, einen Seelenfreund. Von seinem eigenen Vater aber entfremdet er sich zunehmend, und als Simon eines Tages auch noch einem viel zu lange gehüteten Geheimnis auf die Spur kommt, droht die Familie zu zerbrechen.
Bestsellerverfilmung
Nach dem gleichnamigen Bestseller von Marianne Fredriksson erzählt die schwedische Regisseurin Lisa Ohlin eine komplexe Geschichte, die stark an Claude Millers Drama "Ein Geheimnis" erinnert - auch dieses Werk ist eng mit der Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg verknüpft. Allerdings wirkt das französische Drama im Vergleich mit "Simon" ungleich dichter inszeniert, auch um Einiges stärker in der Figurenpsychologie, Ästhetik und Dramaturgie.
Unentschieden und orientierungslos inszeniert
Filminfo
Originaltitel: Simon och ekarna (Schwedeb/Dänemark/Norwegen/
Niederlande, 2011)
Regie: Lisa Ohlin
Darsteller: Bill Skarsgård, Jonatan S. Wächter, Helen Sjöholm
Länge: 122 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 28. Juni 2012
"Simon" steuert nicht zielstrebig auf einen Höhepunkt zu. Über den vielen kleineren dramatischen Spannungspunkten fehlt der große Bogen, zumal Ohlin sich lange Zeit nicht klar entscheidet, welcher ihrer vielen Figuren eigentlich das Hauptaugenmerk gelten soll. Ausgerechnet die kleinste Nebenfigur, Isaks Mutter Olga (Lena Nyhlén), entfacht etwa aus heiterem Himmel eine der dramatischsten Szenen, wenn sie die halbe Wohnung in Brand steckt. So explosiv dieser gescheiterte Versuch eines kollektiven Selbstmords aus der Geschichte heraussticht, - innerhalb der Handlung bleibt es nur eine folgenlose Einzelepisode. Gleichwohl gibt es bewegende Szenen. In den schönsten räsonieren der herangewachsene Simon (Bill Skarsgård) und der Buchhändler über ihr Lebenselixier: Musik und Literatur.
Das Schauspielerensemble rettet den Film
Dass "Simon" trotz der genannten Schwächen nie langatmig wird, verdankt er seinen großartigen Schauspielern. Allen voran brilliert Jan Josef Liefers in der Rolle von Isaks Vater Ruben Lentow, ein jovialer, großzügiger, sympathischer Überlebenskünstler, der trotz schrecklichsten Erlebnissen nicht aufhört, an das Gute zu glauben. Liefers lernte eigens für diesen Film Schwedisch..
Eine solche positive Energie tut "Simon" gut, schwer verdauliche NS- und Holocaust-Dramen gibt es schließlich schon zur Genüge.

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