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Diana Amft "Ich hatte Lust, eine Schwangerschaft durchzuspielen"

Diana Amft hat Figuren gespielt, die plötzlich dick oder schwer verknallt waren. Ungewollt schwanger war sie noch nie. Das ändert sich im Film "Frisch gepresst", einer rasanten Romantic-Comedy. Im Interview mit BR.de spricht sie über Double für pikante Szenen, Brüche im Leben - und über Babys.

Von: Veronika Beer Stand: 21.08.2012
Diana Amft als Andrea Schnidt erfährt in der Komödie "Frisch gepresst", dass sie schwanger ist.  | Bild: picture-alliance/dpa

BR.de: Frau Amft, in Ihrem neuen Film spielen Sie eine Frau, die Kinder hasst und schwanger wird. Was hat Sie denn gereizt an der Rolle?

Diana Amft: Das Drehbuch wurde mir schon vor sehr langer Zeit zugetragen. Ich habe von Anfang an gesagt: Ich mag die Figur, ich mag das Buch, ich mag die Geschichte. Ich fand’s schön aus dem Leben gegriffen - so wie es in der Jetzt-Zeit auf unsere Generation zutrifft. Diese ganzen großen Entscheidungen, die anstehen: Zusammenziehen - ja oder nein? Kinder - ja oder nein? Heiraten - ja oder nein? Damit konnte ich mich identifizieren. Ich hatte außerdem wahnsinnig Lust darauf, die Stadien einer Schwangerschaft durchzuspielen.

BR.de: Aber da ist doch klar, dass die Leute auf die Idee kommen zu fragen: Frau Amft, Sie sind 36 und seit einem Jahr verheiratet. Wie sieht’s denn bei Ihnen mit Kindern aus?

Diana Amft mit ihrem Ehemann Arne Regul

Diana Amft: Das liegt nahe, und das ist auch okay. Ich liebe Kinder, sonst hätte ich auch mein Spinnen-Buch nicht geschrieben. Eine eigene Schwangerschaft fände ich so intim, dass ich das sehr, sehr schützen würde. Ein Baby ist einfach zu besonders, als dass man es mit einem Projekt gleichstellen könnte.

BR.de: Im Film spielen Sie Andrea, der es schwer fällt, sich auf Mann und Beziehung festzulegen. Hatten Sie Angst, dass das platt werden könnte?

Diana Amft: Nicht wirklich, denn wenn man die Geschichte genauer analysiert, merkt man, dass sie nicht so realitätsfremd ist. Die Hauptfigur hat mit den zwei Männern im Film zu tun, weil sie schwanger ist. Sonst hätte sich das vielleicht viel früher verlaufen. Sie muss für sich herausfinden, wer der Vater ist, wer sie ist, was sie will.

BR.de: Nicht nur auf Männer bezogen: Welcher Typ Mensch kann Sie in der Realität begeistern?

Diana Amft: Mich sprechen Menschen an, die ehrlich sind, die gerade heraus sind. Solche, die Humor haben, finde ich klasse. Es ist wichtig, über sich selbst lachen zu können und nichts zu ernst zu nehmen. Offenheit spricht mich auch an.

BR.de: Wenn Ihnen diese Charakterzüge imponieren, sind Sie sicher auch selbst so ein Mensch, oder?

Diana Amft: Ja, schon. Wenn ich im Stau stehe, fluche ich auch nicht herum – das ändert schließlich nichts an der Situation. Ich mache mir lieber schöne Gedanken. Generell bin ich ein sehr positiv eingestellter Mensch.

BR.de: Im Film sehen die Zuseher Ihr blankes Hinterteil. Wie schwer fallen Ihnen solche Szenen? Und wo sind Ihre persönlichen Grenzen?

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Diana Amft: Manche Sachen sind definitiv zu privat oder zu gefährlich. Es gibt ja auch Stunt-Szenen, die gedoubelt werden. Das ist auch das Schöne beim Film, dass man alles zusammenbringt: Nicht ich war nackt, sondern die Hauptfigur Andrea. Und ob ich das dann bin in dem Moment oder jemand Anderer, ist egal, so lange der Zuseher glaubt, das ist Andrea.

BR.de: Dann war das gar nicht Ihr Körper, sondern ein Double?

Diana Amft: So ist es. Es ist ja nicht das brutalste Arthouse, das wir da machen, wo man sieht, was gerade passiert. Das war schmerzfrei, das unkompliziert zu lösen.

BR.de: In Ihrer Rolle krempeln Sie Ihr Leben komplett um. Hat das Diana Amft auch schon gemacht?

Diana Amft: Ich habe einmal eine Ausbildung zur Justizfachangestellten gemacht. Parallel dazu habe ich überall vorgesprochen. Als ich dann irgendwann angenommen wurde auf einer Schauspielschule, war das eine riesige Entscheidung. Welchen Weg schlage ich ein? Welches Leben will ich?

BR.de: Nicht das sichere mit der Verbeamtung offensichtlich.

Diana Amft: Es war nicht leicht, noch einmal komplett von vorne anzufangen. Ich konnte mir von meinem Gehalt eine kleine Wohnung und ein Auto leisten. Dann ging’s plötzlich als Studentin ohne Geld wieder rein in eine Sechser-WG. Ich frage mich heute noch manchmal, woher ich damals den Mut hatte. Man könnte es auch Naivität nennen. Meine Eltern waren skeptisch und wussten wie ich null, worauf sie sich einließen. Aber nach dem fünften Vorsprechen haben sie gefragt: Du willst das wirklich, oder? Dann haben sie mich extrem unterstützt. Wenn meine Tochter ankäme und den Wunsch hätte - ich weiß nicht, ob ich ihr das raten würde. Ich glaube eher nicht.

BR.de: Wie sind Sie überhaupt zur Schauspielerei gekommen? Was war und ist die Faszination daran?

Diana Amft: Ich habe Schultheater gespielt. Irgendwann hat mich meine Freundin nach dem Unterricht abgeholt und gesagt: Du, hör mal, ich habe herausgefunden, dass es so etwas wie Schauspielschulen gibt. Da kann man den Beruf richtig lernen. Darauf habe ich gesagt: Das ist ja irre. Dann habe ich mich erkundigt und angefangen, mich dort zu bewerben - völlig ohne Ahnung, weil ich niemanden kannte, der damit zu tun hatte. Wir hatten ein Theater in Gütersloh. Aber das wurde von den Detmoldern bespielt. Das nächste feste Theater war in Bielefeld. Die nächstgrößere Medienstadt war Köln - zwei Stunden entfernt. Das war alles sehr gewagt. 

BR.de: Wären Sie in Ihrem anderen Beruf unglücklich geworden?

Diana Amft: Wahrscheinlich würde ich immer noch vorsprechen. Ich bin Optimist und denke, wenn man schlechte Erfahrungen macht, ist es für etwas gut. Auch wenn man zunächst nicht weiß, wofür. Was-wäre-wenn funktioniert nicht, weil immer noch so viele andere Komponenten  dazukommen, die dann doch alles noch einmal ganz anders machen.

BR.de: Dann anders herum: Was würde Ihnen am meisten fehlen ohne die Schauspielerei?

Diana Amft: Es ist ein Luxus, in andere Rollen zu schlüpfen, denen Leben einzuhauchen, Feinheiten im Charakter zu entdecken. Und all diese vielen Berufe in meinem Beruf: Ich kann ja nicht als Hobby einen Doktortitel machen, um kurz mal Ärztin zu sein. Oder auch die Autos, die eine Figur dann fährt: Von einer Ente bis zum Ferrari hatte ich alles. Wo geht das sonst schon?


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