Der 19-jährige Adam (Alex Pettyfer) ist von Mike (Channing Tatum) sehr beeindruckt.
Drama Magic Mike
Nicht autobiografisch, aber nach eigenen Erfahrungen: Superstar Channing Tatum spielt in Steven Soderberghs neuestem Film "Magic Mike" den Star eines Male-Strip-Clubs. Als Teenie hat er selbst auch in diesem Milieu gejobbt.
Mike (Channing Tatum) ist umtriebig: Er arbeitet als Dachdecker, als Autopfleger, träumt von einer Manufaktur für handgemachte Möbel; und er ist die Hauptattraktion eines Stripclubs in Tampa, Florida. Dass er damit nicht nur Geld verdient, sondern auch jedes Mädchen bekommen kann, beeindruckt Adam, einen 19-jährigen Tagträumer und Nichtsnutz.
Male-Stripper und ihre Träume
Adam wird der Neuling des Trupps, er bewundert seinen Mentor Mike. Im Gegensatz zu seiner Schwester Brooke, die sich um Adam sorgt und Mike mit Misstrauen begegnet. Adams Chef Dallas (Matthew McConaughey), Besitzer des Stripclubs, hat derweil große Pläne: Er will sein Etablissement vergrößern und denkt sogar an einen Umzug nach Miami. In Adam sieht er den kommenden Star.
Eine Komödie aus dem sonnigen Florida – auch wenn im Film zumeist nachts gearbeitet wird: Mädchen heiß machen, sie anturnen, reizen, auf offener Bühne verführen, sich mit geschmeidigen Bewegungen ausziehen und dann die Geldscheine einsammeln, das ist das große Leben der Stripper. Und ein goldener Käfig für Mike - für ihn ist das alles nicht das Ziel, sondern ein Weg zu seinem Traum. Bühnenshows als Matrose, Soldat, Boxer oder Tarzan – die supermännliche Scheinwelt für die Zuschauerinnen soll nicht zur Illusion seines Lebens werden.
Einfühlsames Tänzerdrama
Filminfo
Originaltitel: Magic Mike (USA, 2012)
Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Matthew McConaughey, Channing Tatum, Olivia Munn
Länge: 111 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 16. August 2012
Steven Soderbergh, der sonst in stetigem Wechsel zwischen Independent-Experimenten und intelligentem Mainstream gesprungen ist, hat sich inzwischen erfolgreich bei Letzterem niedergelassen. "Magic Mike" ist nach "Contagion" und "Haywire" sein dritter starbesetzter Film innerhalb eines Jahres, der in die Kinos kommt. "Magic Mike" wirft einen interessierten Blick auf die Welt der Male-Stripper, mit überaus witzigen Momenten auf der Bühne und hinter den Kulissen. Denn Soderbergh inszeniert kein Sozialdrama, sondern eine Selbstfindungsstory, wie man es aus seriöseren Milieus wie Sport oder klassischem Tanz kennt.
Die subtile, ja einfühlsame Regie schafft neben der ostentativen Körperlichkeit auch Raum für Mikes ganz persönliches Drama, der sich nach einem anderen Leben sehnt und unwissentlich auch nach etwas zwischenmenschlich Bleibendem. Doch von den Banken gibt es keinen Kredit, mit Neuling Adam hat er einen sorglosen Springinsfeld als Freund, und mehr und mehr merkt Mike, dass ein Ausbruch nicht so leicht ist.
Ein guter Film mit der richtigen Portion Drive
Mit 18 Jahren hat Channing Tatum selbst als Stripper gearbeitet. Großartige Strip-Choreographien unter anderem mit ihm und Matthew McConaughey, eine Geschichte mit Witz und Gefühl und spritzige Wortgefechte des Screwball-Couples Mike und Brooke geben dem Film den nötigen Drive.

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