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Bester nicht-englischsprachiger Film Oscar für BR-Koproduktion "Liebe"

Anne und Georges sind seit Jahrzehnten verheiratet. Als Anne einen schweren Schlaganfall erleidet, hilft George die Liebe zu seiner Frau, die schwerste aller Entscheidungen zu treffen. Gerade gewann "Liebe" fünf Césars, jetzt gabs den Auslandsoscar.

Von: Margret Köhler Stand: 25.02.2013

"Liebe" ist "bester nicht-englischsprachiger Film"!

Der Triumph für Michael Hanekes "Liebe" geht immer weiter: Die BR-Koproduktion wurde gerade mit dem Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ausgezeichnet. In vier weiteren Kategorien hat Hanekes Film noch Chancen: "Beste Regie", "Bestes Drehbuch", "Beste Hauptdarstellerin" und "Bester Film". Vor zwei Tagen wurde "Liebe" mit fünf Césars ausgezeichnet: "Liebe" gewann als bester Film. Haneke gewann die Auszeichnung für die beste Regie und das beste Original-Drehbuch. Emmanuelle Riva wurde als beste Darstellerin geehrt. Auch ihr 82 Jahre alte Co-Star Jean-Louis Trintignant bekam einen César für den besten Darsteller. Außerdem gewann "Liebe" den britischen Filmpreis BAFTA in der Kategorie "Film not in the English Language". Bei den Golden Globes 2013 gewann "Liebe" in der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film. "Liebe" hatte bereits beim Cannes Filmfestival die Goldene Palme gewonnen und war bei der Verleihung des 25. Europäischen Filmpreises mit vier Auszeichnungen (bester Europäischer Film 2012, beste Regie, bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin) belohnt worden. Damit wiederholt sich für Regisseur Michael Haneke eine Erfolgsgeschichte, die er 2009/2010 mit seiner BR-Koproduktion "Das weiße Band" erlebte: Sein Film war für damals auch für den Auslands-Oscar nominiert und wurde zudem unter anderem mit der Goldenen Palme von Cannes, zehn Deutschen Filmpreisen, einem Golden Globe und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Unsere Rezension

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Die Feuerwehr öffnet gewaltsam eine Pariser Altbauwohnung. Hinter der verschlossenen Tür liegt eine ältere Dame aufgebahrt, die Tote ist überhäuft mit Blumen. Dann die Rückschau: Das gutbürgerliche Musiker-Ehepaar Anne ( Emmanuelle Riva) und Georges (Jean-Louis Trintignant) führt auch nach Jahrzehnten eine von großer Zuneigung und Aufmerksamkeit geprägte Beziehung. Die über 80-Jährigen sind füreinander da, einer passt auf den anderen auf, jeder genießt die Gesellschaft des anderen.

Regisseur Michael Haneke mit den beiden Hauptdarstellern Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva

Eines Morgen erleidet Anne einen Schlaganfall, muss in die Klinik. Bei der Entlassung ist sie halbseitig gelähmt, aber geistig fit. Dann folgt ein zweiter Schlaganfall. Danach ist Anne ans Bett gefesselt. Nach und nach verliert sie ihre körperlichen und geistigen Kräfte, wimmert und schreit wie ein Kind, nimmt ihre Umwelt kaum noch wahr, bis ihr Mann sie erlöst: das "Verbrechen" als Akt unzerstörbarer Liebe, eine Geste des Respekts vor der Würde der Partnerin.

Triumphales Drama

Filminfo

Originaltitel: Amour (F/D/Österreich, 2012)
Regie: Michael Haneke
Darsteller: Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert
Länge: 125 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 20. September 2012

Drei Jahre nach der Goldenen Palme für "Das weiße Band" triumphierte Michael Haneke erneut bei den Cannes Filmfestspielen 2012 mit seinem subtilen Meisterwerk "Liebe". Sein Film ist ein kompromissloser und doch zärtlicher Blick auf das Ende eines Menschen und den Umgang mit dem Tod, auf das Sterben und den gemeinsamen schweren Weg in der letzten Lebensphase.

BR-Koproduktion

Der Bayerische Rundfunk engagiert sich seit Jahrzehnten als Koproduzent vielfach preisgekrönter Produktionen von Spiel-, Fernseh-, Dokumentar-, Kurz- und Kinderfilmen.

"Liebe" ist eine ARD-Kinoproduktion unter Beteiligung der ARD Degeto, WDR und BR.

Ein heikles Thema, das die heutige Gesellschaft gerne verdrängt. Der österreichische Maestro, sonst bekannt für sein schonungsloses, kompromissloses Kino, zeigt in "Liebe" eine ungewohnte Milde und Sanftheit gegenüber seinen Protagonisten.

Haneke öffnet die Augen für das, was jeden von uns im Alter vielleicht erwartet: der ultimative Verfall, der Verlust von Persönlichkeit. Die formal streng inszenierte Intimität dieses langen und quälenden Abschieds tut weh. Ein tiefer Schmerz, der sich beim Betrachter in die Seele gräbt.

Großes, unvergessliches Kino

Die Handlung spielt ausschließlich in dem großen Apartment von Anne und Georges. Vorbild war die Wohnung von Hanekes Eltern in Wien. Es gibt keine Filmmusik und keine Ausflucht für den Zuschauer. Ein genialer Schachzug ist die Besetzung mit zwei französischen Darstellerlegenden: Jean-Louis Trintignant, eine Ikone des französischen Kinos, und die seit "Hiroshima Mon Amour" unvergessliche Emmanuelle Riva, beide weit über 80, machen dieses Kammerspiel zum großen und unvergesslichen Kino. "Liebe" - ein leiser Triumph der Humanität.


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