Die Muslimin Ajla (Zana Marjanović) gerät während des Bosnienkrieges in die Hände serbischer Soldaten.
Kriegsdrama In the Land of Blood and Honey
Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie stellt mit “In the Land of Blood and Honey” ihr Regiedebüt vor: Ein bewegendes Drama über eine junge Muslimin, die im Bosnienkrieg zum Sklaven serbischer Soldaten wird.
Gerade tanzten die junge bosnische Künstlerin Ajila und ihr Geliebter, der serbische Offizier Danijel in einer Discothek engumschlungen miteinander. Dann gibt es eine Explosion. Ajila und Danijel überleben leicht verletzt, doch beide ahnen, dass nun nichts mehr so sein wird wie vorher. Der Bosnienkrieg hat begonnen.
Eine Liebe zwischen den Fronten
Wenige Monate später beginnt für Ajila die schrecklichste Zeit ihres Lebens: Serbische Soldaten räumen ohne Vorwarnung ihren Wohnblock, erschießen die Männer, verschleppen die Frauen und machen sie zu ihren Arbeits- und Sexsklaven. Nur Ajila wird nicht angerührt – Danijel ist Befehlshaber der serbischen Truppen und schützt seine Geliebte. Doch hat ihre Beziehung eine Zukunft in einem Land, dessen einst vereintes Volk aus Serben und Muslimen sich plötzlich als Todfeinde gegenüber steht? Schließlich wird Danijel versetzt. Und um zu überleben, bleibt Ajila nur die Flucht …
Ambitioniertes Drama
Filminfo
Originaltitel: In the Land of Blood and Honey (USA, 2011)
Regie: Angelina Jolie
Darsteller: Zana Marjanovic, Goran Kostic, Rade Serbedzija
Länge: 127 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Filmstart: 23. Februar 2012
Mit "In The Land of Blood and Honey" präsentiert Schauspielerin Angelina Jolie ihr Regiedebüt: ein aufwendiges Drama über das Leid der Frauen im Bosnienkrieg. Es ist ein ambitioniertes Werk geworden, das gerade in der ersten Stunde an Intensivität kaum zu überbieten ist: Wie Jolie das Grauen in den Frauengesichtern einfängt, wenn serbische Soldaten ihnen die Freiheit nehmen, die Angst in ihren Augen vor Gewalt, willkürlichen Schändungen und Tötungen – so beklemmend kann das wohl nur eine Frau inszenieren.
Zu viel gewollt
Doch dann will Jolie zu viel. Die Tragödie muslimischer Frauen in den Händen skrupelloser, barbarischer Soldaten reichte nicht. Die Regiedebütantin will auch noch eine Liebesgeschichte zwischen den Fronten erzählen, schließlich sogar noch den ganzen Krieg in fulminanten Zerstörungsbildern reflektieren. Das ist einfach zu viel auf einmal. Weder die Liebesgeschichte von Ajila und Danijel noch die blutigen Kampfszenen mit einem immer mehr durch Gewissensbisse geplagten Danijel im Kugelhagel ergeben ein stimmiges Ganzes.
Solides Debüt
Frau Jolie kann inszenieren, das beweist sie mit "In the Land of Blood and Honey" eindeutig. Insgesamt ist hier kein durchweg guter, aber aufgrund der starken ersten Hälfte dennoch sehenswerter Film herausgekommen. Vor allem ein Film, der Lust auf weitere Regiearbeiten der Oscar-Preisträgerin macht. Und das ist nicht wenig.

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