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Literaturverfilmung Glück

Ferdinand von Schirach gelang mit seinem Buch "Verbrechen" ein Bestseller. Erfolgsregisseurin Doris Dörrie hat daraus die Kurzgeschichte "Glück" verfilmt: im Mittelpunkt eine illegale Einwanderin, ein Punk und ihre fast unmögliche Liebe.

Autor: Margret Köhler Stand: 15.02.2012

Irina (Alba Rohrwacher) verlässt ihre osteuropäische Heimat, nachdem ihre Eltern von der Soldateska getötet wurden. Sie selbst wurde vergewaltigt. Sie flüchtet nach Berlin, wo sie sich ihr Geld als Prostituierte verdient. In dem obdachlosen Punk Kalle (Vinzenz Kiefer) findet sie einen Freund. Ganz langsam und schüchtern verlieben sie sich ineinander, beide immer auf der Hut vor dem anderen und vor seelischen Verletzungen.

Glück in Gefahr

Glücklich zusammen: Irina und Kalle

Irina besorgt Kalle einen Job, gemeinsam beziehen sie eine kleine Wohnung. Die beiden hoffen, dem Elend zu entfliehen. Er versucht zu arbeiten, sie bedient weiter ihre Kunden. Beide sind Außenseiter, gestrandet in einem kalten und unpersönlichen Berlin. Dann stirbt ein Freier beim Verkehr mit Irina an Herzversagen. Irina flüchtet in Panik in den Park. Kalle findet den Toten. Und um das gerade gefundene Glück zu verteidigen, entschließt er sich, die Leiche auf drastische Weise verschwinden zu lassen.

Der Wunsch nach Ewigkeit

Filminfo

Originaltitel: Glück (D, 2012)
Regie: Doris Dörrie
Darsteller: Alba Rohrwacher, Vinzenz Kiefer, Matthias Brandt
FSK: ab 16 Jahre
Länge: 112 Min.
Kinostart: 23. Februar 2012

Wie weit würdest du für deine Liebe gehen? Eine Frage, die Regisseurin Doris Dörrie in ihrem neuen Film "Glück" stellt. Sie überlässt dem Zuschauer die Antwort. "Glück" entstand nach einer Kurzgeschichte von Anwalt und Schriftsteller Ferdinand von Schirach, eine Geschichte von der Sehnsucht nach der großen Liebe und einem besseren Leben. "Ich wünsche mir, dass es so bleibt - für immer", sagt Irina in einer Szene zärtlicher Zweisamkeit, und da ahnen wir, dass dem Moment des absoluten Glücks der tiefe Fall folgen kann.

Tanz am Abgrund

Überzeugend: Vinzenz Kiefer und Alba Rohrwacher

Doris Dörrie ("Kirschblüten-Hanami", "Die Friseuse") hat die elf Seiten kurze Geschichte aus von Schirachs Bestseller auf 112 Filmminuten ausgedehnt. Darin liegt das Problem: "Glück" hängt besonders in der Mitte sehr durch, die Handlung mag nicht recht vorankommen. Abgesehen davon beweist Dörrie ihr Einfühlungsvermögen für Menschen, die nichts haben, außer sich selbst. Immer wieder gelingen der Regisseurin Momente intensiven und direkten Kinos. Mit der Italienerin Alba Rohrwacher und Vinzenz Kiefer fanden sich außerdem zwei Schauspieler, die den Tanz am Abgrund so realistisch in ihrer Zerbrechlichkeit und Verwundbarkeit spielen, dass man Angst um sie bekommt.