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Romantische Komödie Fast Verheiratet

Verliebt, verlobt, verheiratet? Ganz so einfach ist es diesmal nicht. Der Karriere wegen muss ein Paar seine längst angekündigte Hochzeit immer wieder verschieben - bis von Romantik nichts mehr zu spüren ist. Komödie mit Jason Segel ("Die Muppets") und Emily Blunt ("Der Teufel trägt Prada", "Young Victoria").

Von: Louis Vazquez Stand: 28.06.2012

Der Heiratsantrag von Tom (Jason Segel) an seine Freundin Violet (Emily Blunt) verläuft chaotisch, erfüllt aber seinen Zweck: Sie will. Aus der Hochzeit wird fürs erste trotzdem nichts, denn Violet nimmt eine befristete Stelle  an einer Uni in Michigan an. Tom, der als Sous-Chef eines Restaurants in San Francisco eigentlich gute Aufstiegschancen hat, gibt alles für sie auf und folgt ihr in die Provinz.

Tom gibt alles für seine Violet auf und folgt ihr in die Provinz.

Der Bedarf an Edel-Köchen ist dort aber gering, deshalb schmiert er bald nur noch Sandwiches und tröstet sich mit obskuren Hobbys. Aus dem Provisorium wird ein Dauerzustand. Immer wieder muss die Hochzeit verschoben werden, während Toms bester Freund Alex (Chris Pratt) und Violets Schwester Suzie (Alison Brie) trotz anfänglicher Antipathie überraschend zueinander finden und schnell eine Familie gründen ...

Romantisch, zotig und reflektiert

Filminfo

Originaltitel: Five-Year Engagement (USA, 2012)
Regie: Nicholas Stoller
Darsteller: Jason Segel, Emily Blunt, Rhys Ifans
Länge: 124 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 12. Juli 2012

"Fast verheiratet" ist eine typische Produktion von Komödien-Spezialist Judd Apatow ("Brautalarm"): toll besetzt, in den Details sehr gut beobachtet und hier und da ein bisschen zotig. Auf den ersten Blick also nichts Besonderes. Doch Regisseur Nicholas Stoller ("Männertrip") und Darsteller Jason Segel, die wie schon bei "Nie wieder Sex mit der Ex" und "Die Muppets" gemeinsam auch fürs Drehbuch verantwortlich zeichnen, gelingt nicht nur ein witziger, sondern ein  reflektierter Beziehungsfilm mit einer Prise Gesellschaftskritik.

Sie lieben sich, doch seine berufliche Unzufriedenheit belastet auf Dauer die Beziehung.

Dass der Zwang zur beruflichen Flexibilität die Prämissen einer Romantic Comedy derart durcheinanderwirbelt, hat man so noch nicht gesehen. Zwar ist man es gewohnt, dass das glückliche Ende einer verheißungsvollen Romanze lange auf sich warten lässt. Hier aber wollen alle Beteiligten von Anfang an miteinander, müssen es sich aber so lange verkneifen, bis der perfekte Moment fürs Glück womöglich verpasst ist.

Bissig, klug, großartig

Spielt stark: "How I Met Your Mother"-TV-Star Jason Segel in der Rolle des Tom

Besonders die Umkehrung der traditionellen Geschlechterrollen funktioniert großartig, zumal sie vielerorts längst der Realität entspricht. Toms Versuche der Adaption und Krisenbewältigung sind brüllend komisch: Wollpullover stricken oder auf die Jagd gehen - so ganz sicher ist er sich seiner Männlichkeit angesichts der beruflichen Erfolglosigkeit längst nicht mehr. Jason Segel überzeugt einmal mehr als naiver Held, der seine Unzufriedenheit eine ganze Weile erfolgreich verdrängt. "Fast verheiratet" behält dabei trotz vieler komischer Zuspitzungen stets seine Figuren im Blick und gestaltet ihr Gefühlsleben glaubwürdig. Umso überraschender, dass der Film an den US-Kinokassen gefloppt ist. Die Dramaturgie mag ein wenig holpern, aber eine bissigere romantische Komödie gibt es derzeit nicht zu sehen. Ein würdiger - und eigentlich sogar besserer Nachfolger für "Brautalarm".


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