Ein Jahr ist vergangen, seitdem der Vater von Oskar (Thomas Horn) ums Leben kam.
Bestsellerverfilmung Extrem laut und unglaublich nah
Basierend auf dem Bestseller von Jonathan Safran Foer erzählt Regisseur Stephen Daldry die Geschichte des autistischen Jungen Oscar, der bei den Anschlägen vom 11. September seinen Vater verloren hat. Ein Film voll überbordender Emotionalität.
Seit dem Tod seines Vaters durch die Anschläge am 11. September steht der unter dem Asperger-Syndrom leidende 12-jährige Oscar Schell (Thomas Horn) unter Schock. Eines Tages findet er im Nachlass von Thomas Schell (Tom Hanks) einen seltsamen Schlüssel mit der Aufschrift "Black". Oscar ist überzeugt, dass es sich bei seinem Fund um einen Hinweis seines Vaters auf eine geheime letzte Botschaft handelt. Schließlich liebten es Vater und Sohn, sich gemeinsam umfangreiche Rätsel zu stellen.
Und so bricht Oscar auf zu einer Odyssee quer durch New York, bei der er alle Menschen mit Nachnamen Black aufsucht. Unerwartete Hilfe erfährt er von dem stummen alten Untermieter (Max von Sydow) seiner Großmutter. Doch bald muss Oscar erkennen, dass seine Suche vielleicht für immer ergebnislos bleiben wird und er sich komplett der unfassbaren Trauer über den Verlust seines Vaters stellen muss.
Ungewöhnliche Trauerarbeit
Filminfo
Originaltitel: Extremely Loud and Incredibly Close (USA, 2011)
Regie: Stephen Daldry
Darsteller: Tom Hanks, Sandra Bullock, Thomas Horn
FSK: ab 12 Jahre
Länge: 129 Min.
Kinostart: 16. Februar 2012
Oscarpreisträger Stephen Daldry ("The Hours") wagt mit seiner Romanadaption des gleichnamigen Bestsellers eine erste cineastische Aufarbeitung des US-Traumas "11. September". Autor Jonathan Safrans Geschichte eines verhaltensgestörten Jungen, der auf höchst ungewöhnliche Weise mit Trauer, Verlust, mit seiner Umwelt und sich selbst besser umgehen lernt, steht stellvertretend für die Trauerarbeit einer ganzen Nation.
Emotional nicht überzeugend
Der Film ist seinem Sujet entsprechend tieftraurig, gefühlvoll und bisweilen sogar komisch, wenn seine Hauptfigur Oscar Schell in seinen höchst ungewöhnlichen Verhaltensweisen gezeigt wird. Emotional glaubwürdig und überzeugend ist "Extrem laut und unglaublich nah" nicht. Denn gerade die Schlüsselszenen, in denen es um die zentralen Konflikte der Hauptfiguren geht, wirken überaus bemüht, buhlen manipulativ um die Anteilnahme des Zuschauers. Der Film drückt allzu sehr auf die Tränendrüse. Vor allem der Schluss, wenn sich die Puzzleteile zusammenfügen, die Charaktere ihre Katharsis finden, ist ein fast schon anstrengendes Rührstück.
Hervorragende Schauspieler
Keine Frage, "Extrem laut und unglaublich nah" ist stimmig inszeniert, hat mit Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow und Newcomer Thomas Horn hervorragende und engagierte Schauspieler zu bieten. Doch gefällt sich der Film zu sehr in seiner überbordenden Emotionalität und Betroffenheitsheischerei. Zu auffällig schielen Studio und Filmemacher hier nach dem Oscar, da sie ja ein ach so schmerzvolles Thema verarbeiten. Eine subtilere Inszenierung wäre viel überzeugender gewesen.

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