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Thriller Drive

"The Ides of March"-Star Ryan Gosling brilliert in einem spannenden Actionkrimi von Nicolas Winding Refn: Im Mittelpunkt steht der junge Driver, der tagsüber als Stuntfahrer, nachts als Fluchtfahrer arbeitet. Doch dann gerät er mit der Mafia aneinander. Stilistisch beeindruckender Thriller von Nicolas Winding Refn.

Autor: Gregor Wossilus Stand: 16.01.2012

Der schweigsame Driver (Ryan Gossling) arbeitet tagsüber als Stuntdriver in Hollywood. Nachts verdient er sich sein Geld als überaus talentierter Fluchtwagenfahrer. Als er seiner Nachbarin Irene (Carey Mulligan) bei einer Autopanne aushilft, ist das der Beginn einer leisen Liebesbeziehung. Irenes Ehemann sitzt im Gefängnis. Wie einsam sie sich fühlt, kann Irene nur schwer verbergen. Auch Irenes Sohn fasst schnell Vertrauen zu dem großen Stillen.

Im Konflikt mit der Mafia

Der Driver (Ryan Gossling) will helfen ... und gerät zwischen die Fronten.

Doch dann kehrt Irenes Mann Standard aus der Haft zurück … und mit ihm wenden sich die Dinge zum Schlechten: Standard wird von der Mafia wegen Geldschulden belästigt. Driver bietet ihm schließlich seine Hilfe als Fahrer bei einem Raubüberfall an, der Standards Schuld tilgen soll. Doch das Ganze geht schief, und Driver gerät ungewollt zwischen die Fronten eines gemeinen Gangsterkriegs.

Hypnotisches Kino wie ein Sog

Filminfo

Originaltitel: Drive (USA, 2011)
Regie: Nicolas Winding Refn
Darsteller: Ryan Gossling, Carey Mulligan, Albert Brooks, Ron Perlman
Länge: 101 Min.
FSK: k.J.
Kinostart: 26. Januar 2012

Es ist nicht die Handlung, mit der "Drive" fasziniert – eine solche Geschichte hat Hollwood schon oft erzäht - es ist die Inszenierung. "Drive" ist Kino wie ein Sog. Der dänische Regisseur  Nicolas Winding Refn setzt bei seinem Krimi auf ausgedehnte Kamerafahrten und atmosphärische Bilder anstatt auf Spektakel und flotte Action. Er scheut geradezu rasante Schnitte, lässt die Geschehnisse auf der Leinwand sich fast stoisch langsam entfalten. Was sich zunächst, gerade auch in bezug auf den Filmtitel, ungewöhnlich und falsch für den Film anhört, entpuppt sich als ausgesprochen gut funktionierendes Stilmittel: Durch seine Entschleunigung baut "Drive" von der ersten Minute an eine unglaubliche Spannung auf. Und die lässt den Zuschauer nicht mehr los.

Traumwandlerische Filmmusik

Der Driver sucht im Milieu nach den Mafiosi, die ihn und Irenes Familie bedrohen.

Faszinierend ist auch die hypnotisch-minimalistische Filmmusik von Clive Martinez, die, unterstützt von passenden 80er-Jahre-Popsongs, das reduzierte, dialogarme Geschehen wie einen großen Traum erscheinen lässt. Als wirkungsvolle Kontrapunkte streute Regisseur Refn einige kurze, überaus harte Gewaltszenen ein, die "Drive" mit einem bitteren Realismus erden.

Starkes Ensemble in einem fesselnden Film

Irene (Carey Mulligan) will ihrem Ehemann treu bleiben, ist aber längst in den Driver verliebt.

Das Ensemble ist hervorragend: Ryan Gosling als wortkarger Einzelgänger etabliert sich nach seinem eindrucksvollen Auftritt in George Clooneys "The Ides of March" endgültig als neuer Superstar des anspruchsvollen Hollywoodkinos. Carey Mulligan überzeugt in der Rolle einer traurigen, im tiefsten Inneren enttäuschten Ehefrau, die sich zwar neu verliebt, aber dennoch ihrem Mann treu bleibt. An der Schurkenfront brillieren Albert Brooks und Ron Perlman als brutale Mafiagangster mit leisen Gewissensbissen.

Insgesamt ist mit "Drive" ein visuell und inhaltlich erstaunlich faszinierender Thriller gelungen: Fesselnd, hart, bewegend, außergewöhnlich ... einfach großartiges Kino!