Dr. King Schultz (Christoph Waltz) befreit den Sklaven Django (Jamie Foxx). Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Djangos Frau Broomhilda (Kerry Washington).
Zweifacher Oscar-Gewinner Django Unchained
Der Kopfgeldjäger King Schultz und der ehemalige Sklave Django begeben sich auf die Suche nach Djangos Ehefrau, die in die Hände eines sadistischen Plantagenbesitzers gefallen ist. Überdrehte Hommage an den Italowestern von Quentin Tarantino.
Dr. King Schultz (Christoph Waltz), ein deutscher Zahnarzt, der sich in der Neuen Welt als Kopfgeldjäger verdingt, befreit auf der Jagd nach Banditen den Sklaven Django (Jamie Foxx). Die Männer freunden sich an, und Schultz lernt Django als Kopfgeldjäger an. Nach einer gemeinsamen Saison als Menschenjäger erklärt sich Schultz bereit, seinem Kompagnon auf der Suche nach seiner Frau Broomhilda (Kerry Washington) zu helfen, die an den sadistischen Plantagenbesitzer Calvin Candie (Leonardo DiCaprio) verkauft wurde. Um Broomhilda zu befreien, geben sie sich als Sklavenhändler aus. Doch Candie durchschaut die Maskerade.
Tarantino inszeniert einen Western
Nach Gangsterfilm und Thriller, Martial-Arts- und Kriegsfilm versucht sich Quentin Tarantino mit seinem achten Kinofilm an einem Western. Und wie bei diesem Regisseur kaum anders zu erwarten, hat das Ergebnis nur wenig mit den lyrisch-pastoralen Western eines John Ford gemein. "Django Unchained" ist vielmehr eine im US-amerikanischen Süden kurz vor dem Sezessionskrieg angesiedelte Hommage an die Italowestern der 1960er-Jahre, die Tarantino ausführlich zitiert – mit wilden Zooms, extremen Großaufnahmen und nicht zuletzt auf dem Soundtrack. Selbst der 71-jährige Franco Nero, der mit Sergio Corbuccis "Django" 1966 berühmt wurde, absolviert in dem episodischen Bilderbogen einen Kurzauftritt.
Brillante Darsteller-Riege
Oscar-Gewinner
"Django Unchained" wurde bei der 85. Verleihung der Academy Awards gleich zweimal ausgezeichnet: Regisseur Quentin Tarantino gewann den wichtigsten Filmpreis der Welt für das beste Drehbuch. Christoph Waltz wurde in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" geehrt. Für Waltz ist dieser Oscar ein besonderer Triumph: Für seine letzte Kooperation mit Tarantino in der Weltkriegs-Groteske "Inglourious Basterds" gewann Waltz ebenfalls den Nebendarsteller-Oscar.
Filminfo
Originaltitel: Django Unchained (USA, 2012)
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Christoph Waltz, Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Samuel Jackson
Länge: 165 Min.
FSK: ab 16 Jahre
Kinostart: 17. Januar 2013
Mit 165 Minuten ist das Racheepos vielleicht etwas lang ausgefallen, auch wirkt Tarantinos Mixtur aus absurder Gewalt, krudem Humor und elaborierten Dialogen nicht immer homogen. Eines ist "Django Unchained" jedoch nie: langweilig. Und das ist neben der exzellenten Ausstattung, der großartigen Filmmusik und der meisterlichen Kameraarbeit von Robert Richardson ein Verdienst der brillanten Darsteller-Riege. Christoph Waltz als Zahnarzt-Kopfgeldjäger, Leonardo DiCaprio als schädelvermessender Rassist und Samuel Jackson als intriganter Haussklave legen ihre Protagonisten mit sichtlichem Spaß als Comicfiguren an. Jamie Foxx dagegen spielt den Rächer mit stoischer Miene, unter der die großen Gefühle brodeln.
Grandioser Christoph Waltz
Insbesondere Waltz, dem die Rolle des zynischen SS-Manns in Tarantinos "Inglourious Basterds" bereits einen Oscar eingebracht hatte, spielt furios auf und nutzt die ganze Bandbreite seines Könnens, vom nuancierten Spiel bis zur überbordenden Grandezza einer Bühnenperformance. Der Moment, in dem sein deutscher Kopfgeldjäger erschüttert von Djangos Lebensgeschichte und den Parallelen zum Nibelungenlied am Lagerfeuer eine eigenwillige Nacherzählung der Sage zum besten gibt, muss schon jetzt zu den ganz großen Momenten des noch jungen Kinojahres gezählt werden.
Grob, groß, unterhaltsam - ein Ereignis!
Auch wenn sich einige Zuschauer an den Gewaltspitzen und einigen derben Geschmacklosigkeiten stören dürften: "Django Unchained" ist großes, sehr unterhaltsames, sehr komisches, mitunter sogar berührendes Kino; ein wilder Ritt durch die Filmgeschichte und ein fiebriges Genre-Crossover zwischen (Italo-)Western, Komödie, Melodram und Trash. Kurz: "Django Unchained" ist ein Ereignis – und einer der Filme, die man unbedingt auf der großen Leinwand sehen sollte.

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