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Liebeskomödie Bezaubernde Lügen

Um ihre unglückliche Mutter aufzuheitern, leitet Émilie (Audrey Tautou) einen an sie adressierten Liebesbrief an ihre Mutter weiter und sorgt mit ihren "bezaubernden Lügen" für große Verwirrung.

Autor: Margret Köhler Stand: 04.01.2012

Ausgangpunkt für jede Menge amouröse Irrungen und Verwirrung ist ein poetischer Liebesbrief. Ab in den Papierkorb damit, sagt sich die ehrgeizige Friseuse Émilie (Audrey Tautou), die mit ihrer Kollegin viel Geld in den schicken Salon in Sète gesteckt hat und das Geschäft nach vorne bringen will. Da ihre Mutter Trübsal bläst und das Haus kaum verlässt, weil der Ehemann mit einer jüngeren eine neue Zukunft aufbaut, schießt ihr eine Idee durch den hübschen Kopf: Der an sie gerichtete anonyme Liebesbrief könnte der Frustrierten neue Lebenslust geben.

Falsche Liebesbriefe

Der Liebesbrief eines Unbekannten weckt in Emilies frustrierter Mutter wieder die Lebensgeister.

Gesagt getan, die Maman blüht auf und ist über den Brief des unbekannten Verehrers entzückt, die Tochter über ihre Wandlung erleichtert. Nur möchte die nicht mehr ganz taufrische Lady zusätzliche romantische Zeilen und den Fremden auch noch kennenlernen. Die Sache spitzt sich zu, Manipulatorin Émilie verliert die Kontrolle über das Spiel und lügt sich um Kopf und Kragen. Ausgerechnet bei ihrem schüchternen Angestellten Jean, Verfasser des ersten "lettre d'amour" sucht sie nun auch noch Hilfe. Jean verliebt sich heillos in Émilie und muss nun neue Liebesschwüre für die falsche Frau zu Papier bringen. Dass er bei Muttern den Verehrer mimen und sie ausführen soll, macht die verfahrene Angelegenheit noch komplizierter ...

Superstar Audrey Tautou nicht so sympathisch wie erwartet

Filminfo

Originaltitel: De vrais Mensonges (F, 2010)
Regie: Pierre Salvadori
Darsteller: Audrey Tautou, Nathalie Baye, Sami Bouajila, Stéphanie Lagarde
FSK: o.A.
Kinostart: 19. Januar 2012

Seit "Die fabelhafte Welt der Amelie" ist Audrey Tautous Lächeln ihr Markenzeichen. Genau das verbirgt der französische Superstar die meiste Zeit in "Bezaubernde Lügen", einer Gratwanderung zwischen Komödie und Tragödie, Romantik und Realismus. Tautou spielt als Émilie eine ziemlich unsympathische Person, die gerne die Stirn runzelt, auch wenn sie am Ende zu ihren Emotionen steht. Überraschungen fehlen, vom ersten Augenblick ist klar, dass sich strenge Chefin und scheuer Bediensteter trotz steinigem Hindernisparcours der Gefühle finden. Sami Bouajila beweist in der Rolle des Jean urkomisches Talent, Hauptdarstellerin Tautou zeigt sich launisch und widerborstig, Nathalie Baye als Emilies Mutter mäandert souverän zwischen Heulsuse und naiver Verführerin mit Herz.

Nur halbwegs solide

Finden Émilie und Jean trotz der "bezaubernden Lüge" noch zueinander?

Regisseur Pierre Salvadori reizt die Fähigkeiten der drei guten Hauptdarsteller nicht optimal aus und erreicht bei weitem nicht den lockeren Charme seiner Liebeskomödie "Lügen wie gedruckt" von 1998, in der es Marie Trintignant mit der Wahrheit ebenfalls nicht zu genau nahm. Etwas weniger banale Wortlastigkeit, weniger Wiederholungen und eine weniger angestrengte Komik hätten die Leichtigkeit und Raffinesse dieser Verwechslungs-Posse gesteigert. So bleibt es nur bei einer halbwegs soliden romantischen Komödie.