Bundestag beschließt Entscheidungslösung
Der Bundestag hat am Freitag die sogenannte "Entscheidungslösung" mit breiter Mehrheit verabschiedet. Die Abstimmung verlief ohne Fraktionszwang. Wegen Kritik an der Koordinierungsstelle für Organspenden (DSO) stimmten die Linke dagegen, die Grünen enthielten sich.
Die Neuregelung sieht vor, dass alle Bürger ab 16 Jahren in regelmäßigen Abständen per Brief über ihre Organspendebereitschaft befragt werden sollen. Die Befragten können mit "Ja" oder "Nein" antworten - oder das Schreiben einfach wegwerfen, sagt Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Man könne auch nur bestimmte Organe für eine Spende angeben.
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Die ersten Briefe sollen bereits noch dieses Jahr von den Krankenkassen verschickt werden. Weitere Aufforderungen sollen 2014 und 2017 folgen, danach alle fünf Jahre. Zusätzlich ist vorgesehen, dass bei der Ausgabe von Ausweisen und Führerscheinen über die Organspende informiert wird. Die Reform der Organspende soll das Thema mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken.
Organspende in Deutschland
Link-Tipp:
Den Organspendeausweis zum bestellen oder downloaden:
In Deutschland sterben pro Tag drei Menschen, weil sie kein Spenderorgan finden, EU-weit sind es zwölf Tote jeden Tag. Mit 16 Organspenden pro eine Million Einwohner jährlich liegt Deutschland innerhalb Europas im unteren Mittelfeld. Andere europäische Länder haben 40 Spender pro einer Million Einwohner jährlich.
Nachdem die Zahl der Organtransplantationen hierzulande 2010 mit knapp 1.300 Spendern einen Höchststand erreicht hatte, ist sie 2011 wieder gesunken - auf 1.200, meldet die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Mehr als 12.000 Kranke stehen derzeit auf der Warteliste und hoffen auf ein lebensrettendes Organ.
Organ-Spendeausweis
Ausweis
Wo erhalte ich einen Spenderausweis?
Den Organspendeausweis gibt es u.a. beim Infotelefon Organspende unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 90 40 400.
Außerdem verschicken viele Krankenkassen die Ausweise kostenlos. Den Spenderausweis sollte man ständig bei sich tragen.
Untersuchung
Muss man sich vom Arzt untersuchen lassen, bevor man den Spenderausweis ausfüllt?
Nein, eine Untersuchung ist nicht nowendig und wäre zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll, da sich der gesundheitliche Zustand eines Menschen fortwährend ändern kann.
Vorerkrankung
Gibt es Krankheiten, die eine Organspende ausschließen?
Akute Krebserkrankungen, ein positiver HIV-Befund sowie bestimmte Infektions- oder Nervenleiden schließen eine Organspende aus. Krankheiten wie Diabetes können die Spendefähigkeit einschränken. Die Ärzte entscheiden dann nach den Befunden, ob eine Organspende in Frage kommt.
Spendealter
Kann man in jedem Alter Organe spenden?
Ja. Ob Organe zur Spende geeignet sind oder nicht, wird im Todesfall anhand des Gesundheitszustandes des zu transplantierenden Organs beurteilt. Generell gilt, dass bei jüngeren Menschen mehr Organe entnommen werden können als bei älteren, doch auch die Niere eines Siebzigjährigen kann einem Menschen wieder ein fast normales Leben schenken.
Mindestalter
Ab welchem Alter kann man sich einen Organspendeausweis ausstellen lassen?
Minderjährige können ab dem 16. Lebensjahr ihre Bereitschaft zur Organspende auf einem Ausweis dokumentieren. Eine Einwilligung der Eltern ist nicht notwendig. Der Widerspruch kann bereits ab dem 14. Lebensjahr erklärt werden.

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