Lipödem Was tun gegen Fettpolster in den Beinen?
Dicke Oberschenkel - ein Albtraum für alle Frauen. Oft steckt hinter der Fettansammlung eine Krankheit, die durch Diäten nicht beeinflussbar ist. Beim Lipödem hat sich das Fettgewebe krankhaft verändert und neigt zu Wassereinlagerungen, die Haut bekommt unschöne Dellen. Wer neigt zu dieser Krankheit? Wie kann man sie erkennen und bekämpfen?
Stefanie W. ist 24 Jahre, als ihr Körper beginnt, sich zu verändern. An ihren Beinen und ihren Hüften sammelt sich immer mehr Fett an. Sie ist ratlos, geht zu ihrem Hausarzt. Dieser empfiehlt ihr abzunehmen, verschreibt ihr Appetitzügler. Sie nimmt daraufhin auch ab, aber nicht an Beinen und Hüften. Die richtige Diagnose bekommt sie später, von einer Masseurin: Stefanie W. hat ein Lipödem, eine chronische Krankheit, die kaum jemand kennt, obwohl sie sehr häufig vorkommt.
Der Lymphtransport und Fettabbau ist blockiert
Hinter einem Lipödem steckt eine Fettverteilungsstörung im Körper. Das Unterhautfettgewebe ist vermehrt und enthält gleichzeitig mehr Flüssigkeit als bei gesunden Menschen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zur Überforderung des Lymphgefäßsystems kommen, der Lymphtransport und Fettabbau ist blockiert. Nach Jahren kann sich zusätzlich zum Lipödem - als Komplikation der Krankheit - auch noch ein Lymphödem bilden. Anders als beim reinen Lipödem sind dann auch Hand- und Fußrücken von den Schwellungen betroffen. Die Fettansammlung führt nicht nur zu einem ästhetischen Problem, sondern auch zu Schmerzen und einem Druckgefühl sowie zu einer vermehrten Hämatom-Bildung.
Nicht nur ein ästhetisches Problem
Meist bilden sich die Fettpolster an Beinen und Hüften, und zwar immer auf beiden Seiten - seltener sind auch die Arme betroffen. Das Erscheinungsbild ist - je nach Ausprägung und Schweregrad der Krankheit - höchst unterschiedlich: Zunächst ist die Haut noch glatt, das Gewebe aber bereits feinknotig. Ganz allmählich zeigen sich Unregelmäßigkeiten, die oft als Orangenhaut bezeichnet werden. Im Endstadium ist die Haut stark verdickt, es bilden sich derbe Hautlappen.
Eine Frage der Hormone?
Die genaue Ursache ist bis heute unklar. Da fast nur Frauen betroffen sind, scheinen die Hormone eine wichtige Rolle zu spielen. Und: Oft treten Lipödeme bei mehreren Frauen innerhalb einer Familie auf, die Krankheit ist also offenbar vererbbar.
Lernen, mit der Krankheit zu leben
Stefanie W. muss nach der Diagnose lernen, die Krankheit anzunehmen. Sie muss sich daran gewöhnen, dass andere sie anstarren und tuscheln. Und, dass sie einige Dinge nicht machen kann, die für andere selbstverständlich sind: So kann sie zum Beispiel nicht in ein Café gehen, das enge Plastikstühle hat. Sie hätte ständig Angst, in ihrem Stuhl steckenzubleiben.
Behandlung der Symptome
Eine Heilung der Krankheit gibt es bis heute nicht. Lediglich die Symptome sind behandelbar. Gegen zusätzliches Übergewicht, das das Lipödem verstärken könnte, helfen Sport und eine ausgewogene Ernährung. Regelmäßige manuelle Lymphdrainagen regen das Gefäßsystem an und sorgen so für einen besseren Abfluss der Flüssigkeit. Da der Effekt allerdings nur 24 Stunden anhält, ist eine anschließende Kompression unumgänglich. Massangefertigte Kompressionsstrumpfhosen üben einen ständigen Druck auf die geschwollenen Beine und Hüften aus. Als letzte Möglichkeit bleibt schließlich die Liposuktion, eine Fettabsaugung. Das Problem: Die gesetzlichen Krankenkassen kommen nicht für die Kosten auf. Und: Die OP kann nicht verhindern, dass sich an anderen Körperstellen ein Lipödem bildet, die Krankheit also zurückkommt.

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