Blumenallergie Allergien aus Topf und Vase
Niesen, tränende Augen, Asthma: Was viele nicht wissen: Auch Zimmerpflanzen und Schnittblumen können Allergien auslösen. Übeltäter sind zum Beispiel Gerbera, Ficus oder Gummibaum.
Die Zahl der Allergien hat in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zugenommen. In Deutschland leidet etwa jeder sechste an Heuschnupfen. Allergisches Asthma und Neurodermitis sind annähernd ebenso häufig - mit stark steigender Tendenz, vor allem bei Kindern. Das Bewusstsein wächst, dass Allergien keine Bagatellerkrankungen sind, sondern häufig chronisch verlaufen und nicht selten tödlich enden. Viele Betroffene wissen gar nicht, dass ihre Beschwerden allergischer Natur sind. Besonders dann, wenn die auslösenden Stoffe nicht zu den bekannten Allergieauslösern gehören - wie zum Beispiel Gräserpollen, Lebensmittel, Insektengifte, Schimmelpilze, Tierhaare, Hausstaubmilben, Nickel oder Latex - sondern zum Beispiel von Zimmerpflanzen stammen.
Auch Schnittblumen können Allergien auslösen
Pflanzenallergene gehören zu den 20 häufigsten Allergie auslösenden Stoffen, doch meist werden sie nur draußen vermutet. Tatsächlich kann im Prinzip jede Pflanze, ob draußen oder in Topf und Vase, eine allergische Reaktion hervorrufen. Bei den Zimmerpflanzen gibt es allerdings zwei besonders verdächtige Kandidatengruppen: Zum einen Grünpflanzen der Ficus-Familie wie die Birkenfeige Ficus Benjamina oder der Gummibaum und zum anderen die als Schnittblumen äußerst beliebten Korbblütler, zu denen Chrysantheme und Gerbera zählen. In den von ihnen ausgelösten Reaktionen unterscheiden sie sich nach sogenannten Sofort- und Spättyp-Allergien.
Die Ficuspflanzen können gefährliche Soforttypreaktionen auslösen, Symptome können Heuschnupfen, Neurodermitis oder teils sehr heftige Asthmaanfälle sein. Ursache ist eine Art Saft, der an der Blattunterseite der Pflanzen austritt, trocknet und sich als Staub in der ganzen Wohnung verteilt. Allergologen schätzen, dass jeder Hunderste von einer Ficusallergie betroffen ist. Unter Patienten mit anderen Allergien war etwa jeder zwanzigste auch auf die Ficus-Allergene sensibilisiert. Zur Diagnose gehört ein Haut-Expositionstest mit dem Extrakt selbst mitgebrachter Blätter der verdächtigen Pflanze. Ist die Sensibilisierung nachweisbar, hilft nur: Jeden Kontakt vermeiden, der Ficus muss raus. Für die Betroffenen besonders problematisch ist die weite Verbreitung der Ficusgewächse. Die pflegeleichten Topfpflanzen finden sich in vielen Wohnungen und noch mehr Büros.
Korbblütler sind die Übeltäter
Mehr dazu im Internet::
Allergiesprechstunde der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig Maximilians Universität, München:
Auch vor den Allergenen der Korbblütler, auch Asteraceae oder Compositae genannt, gibt es nur einen Schutz: diese Pflanzen meiden. Das kann bei Europas größter Pflanzenfamilie schwierig sein. Mit über 20.000 Arten - von der Margerite bis zur Sonnenblume, aber auch Kamille oder Arnika - kommen die dekorativen Korbblütler sehr häufig in Schnittblumensträußen vor. Man erkennt sie meist an einer korbartigen Form der Blütenunterseite. Sie bilden Kontaktallergene, die bei Sensibilisierten sogenannte Spättyp-Allergien auslösen: Hautausschlag, Ekzeme und bisweilen extremen Juckreiz. Die Diagnose lässt sich mittels Standardallergietests stellen, die die entsprechenden Allergene enthalten.

Wetter


