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Der Wastl als Nikolaus Trockenfrüchte selbst gemacht

Der Kräuterwastl will noch schnell zur Adventszeit Trockenfrüchte machen. Die stecken voller Mineralien und Vitamine. Ob Pflaumen, Äpfel oder Birnen, fast jede Frucht eignet sich dazu. Wie das geht, sehen Sie in Gesundheit!.

Von: Manfred Schramm Stand: 06.12.2011
verschiedene Trockenfrüchte | Bild: colourbox.com

Am 6. Dezember ist Nikolaustag. Heuer ist der Kräuterwastl unser Nikolaus. Einen stattlichen Bart hat er ja schon. Da braucht er sich keinen anzukleben. Auch sonst sieht er aus, wie man sich einen Nikolaus vorstellt. Aber er kommt nicht in einem roten Gewand mit Zipfelmütze daher und ruft auch nicht "Ho-ho-ho-ho!" Er ist ein konservativer Nikolaus, dem Ur-Nikolaus nachempfunden, der Bischof von Myra war, einem Ort in der heutigen Türkei. Und deswegen trägt der Wastl ein Bischofsgewand, einen Bischofsstab und eine Bischofsmütze.

Natürlich hat der Kräuterwastl auch einen Sack voller Zutaten dabei, aus denen er leckere, aber auch gesunde Überraschungen für die Kinder machen will, die ihn schon voller Spannung erwarten. Orangen, Nüsse und Äpfel gehören dazu, aber auch die guten Früchte, die aus der Heimat des "echten" Nikolaus kommen - Sultaninen, Feigen und Datteln.

Daraus will der Wastl getrocknete Obstspezialitäten machen und eine besondere Adventsspezialität, die man sich normalerweise auf dem Weihnachtsmarkt kauft. Sie ist aber leicht aus frischen und getrockneten Früchten selber zu machen.

Trockenobst

Der Wastl, der Kräuterpädagoge Sebastian Viellechner, hat von Natur aus Ähnlichkeit mit dem Nikoluas.

Getrocknetes oder gedörrtes Obst ist im Winter der perfekte Ersatz für frisches Obst, da es sowohl haltbar, als auch voller Vitamine und Mineralien steckt. Als erstes will der Wastl Pflaumen und Birnen auf dem Dörrblech trocknen.

Dazu halbiert und entsteint er die Pflaumen (man kann natürlich auch Zwetschgen nehmen) und legt sie nebeneinander aufs Blech. Die Birnen schneidet er in Scheiben, entkernt sie und gibt sie zu den Pflaumen. Dann ab damit in den Ofen. Das Obst soll bei 50 bis 60 Grad langsam austrocknen. So zwei, drei Stunden dauert das schon, lieber etwas länger bei kleiner Hitze.

Die fertig getrockneten Früchte sind gut für die Verdauung, und das kann man an den Feiertagen gut gebrauchen.
Tipp: Getrocknetes Obst ist am Abend besser verträglich als frische Früchte, denn die Zellen sind schon aufgeschlossen, Magen und Darm müssen nicht so viel arbeiten.

Apfelringe

Getrocknete Apfelringe sind Wastls Adventslieblingsobst. Er hat eine besondere Methode, wie er aus den Äpfeln, die übrigens wahre Vitaminbomben sind, diese Nikolausspezialität machen will. Er sticht den Apfelkern aus, schält die Frucht sorgfältig und schneidet sie in Ringe. Ein paar Spritzer Zitronensaft darüber, damit sie nicht vorzeitig braun werden, dann kann der Wastl sie auf eine Schnur auffädeln und sie so über den Ofen hängen. Dort bleiben sie einige Tage auf der Leine, dann sind sie besonders süß. Das Gute: Sie sind komplett ohne künstliche Konservierungsstoffe. Über 30 Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind im Apfel. Sie helfen dabei, das Immunsystem zu stärken. Nicht umsonst heißt es: "Ein Apfel am Tag - den Arzt gespart!"

Apfelschalentee

Der Wastl verwertet auch die Schalen der Äpfel, gerade weil sie von seinen gutem, ungespritztem Obst stammen und zu schade zum Wegwerfen sind. Der Tee ist schnell zubereitet: Die frischen Apfelschalen - man kann auch getrocknete nehmen - in eine Kanne geben, mit kochendem Wasser übergießen, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, abseihen. Dann ist der Tee trinkfertig. Dank der Apfelschalen ist er sehr gesund, weil in ihnen die ganzen Flavonoide stecken. Die helfen bei der Rekonvaleszenz, im Tee wirken sie beruhigend und fiebersenkend. So kommt man wieder auf die Füße.

Kletzenbrot

Kletzenbrot

Jetzt ist der Wastl bereit für seine Adventsspezialität: das Kletzenbrot. Es ist ein Früchtebrot, das es in sich hat. Es wird in Bayern Kletzenbrot genannt, in Baden-Württemberg Hutzenbrot und es hat sicher noch andere Namen. Der Wastl bereitet es nach einem alten Familienrezept zu, und da kommen all die Früchte rein, die der ursprüngliche Nikolaus aus seiner Heimat mit zu uns gebracht hat: Datteln, Sultaninen, Feigen, Mandeln, Nüsse und natürlich als Höhepunkt die Kletzen, das sind getrocknete Birnen.

Rezept für Kletzenbrot

Zutaten für den Teig

  • 500 g Weizenvollkornmehl
  • 40 g frische Hefe
  • 1/8 l Milch
  • 60 g Butter
  • 3 El Honig
  • 5 g Salz


Zubereitung

Mehl in eine Schüssel sieben, eine Vertiefung machen, die in Milch aufgelöste Hefe hinzugeben, mit etwas Mehl zu einem Teig verrühren. Ca. 15 Minuten gehen lassen. Alle anderen Zutaten für den Teig verarbeiten. 10 Minuten gut kneten. Fruchtmasse und Hefeteig vermischen, es müssen alle Früchte mit dem Teig verknetet werden.

Die ganzen Zutaten kleinschneiden, in Apfelsaft einlegen, bis sie schön weich geworden sind. Dann zu einem Brotlaib zusammenformen. Nachdem der Teig eine Zeit lang gegangen ist, kann man ihn dünn ausrollen. Darauf kommt dann die Früchtemasse. Sie kann zur Geschmacks- und Aromaverstärkung zum Beispiel mit etwas Rum verfeinert werden. Der Alkohol verflüchtigt sich wieder beim Backen, nur die Aromen und der Geschmack bleiben.

Die Fruchtmasse mit dem Teig umwickeln und mit Eigelb bepinseln, damit das Brot beim Backen eine schöne braune Farbe bekommt. Mit Mandeln dekorieren. Dann kann das Kletzenbrot in den Ofen. Eine Stunde bei 180 Grad, und der leckere Adventsschmaus ist fertig.

Bescherung

Jetzt ist es Zeit für den Wastl, sich wieder in den Nikolaus zu verwandeln, denn die Kinder warten schon. Bei ihm gibt es keine Stiefel zu füllen, er hat kleine Sackerl mit den Namen der Kinder drauf. Da hinein kommen jetzt all die guten Sachen, die der Nikolaus-Wastl vor- und zubereitet hat: frische Orangen, Äpfel und Birnen, Mandeln und Nüsse, getrocknete Zwetschgen, Aprikosen und Kletzen. Und natürlich für jedes Kind eine Scheibe Kletzenbrot. Auch die leckeren, gesunden Apfelringe dürfen auf keinen Fall fehlen. Und damit die Kinder noch länger an den Nikolaus denken, gibt er je einen Kollegen aus Schokolade in die Sackerl hinein, natürlich im Bischofsgewand und nicht als Santa Claus. Dann macht der Wastl sich auf den Weg, um die Kinder zu erfreuen und auch den Erwachsenen eine besinnliche Adventszeit zu wünschen.


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