Blüte
Die glockenförmige Blüte besteht aus grünen Kelch- und miteinander verwachsenen Kronblättern.
Giftig und heilend Gifte aus der Natur
"Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist." Das wusste schon Paracelsus im 16. Jahrhundert. Für Gifte aus der Natur stimmt die Regel bis heute.
Eines der prominentesten Gift-Opfer in der Weltgeschichte ist Sokrates. Er trank den Schierlingsbecher und starb qualvoll. Doch der Schierling wurde nicht nur eingesetzt, um zu töten, sondern auch als Heilpflanze verwendet - bei Erkrankungen der Atmungsorgane beispielsweise. Da eine genaue Dosierung sehr schwierig ist - die heilende und die tödliche Dosis liegen sehr nah beieinander - wird er heute kaum noch genutzt.
"Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist." Das wusste schon Paracelsus im 16. Jahrhundert. Für Gifte aus der Natur stimmt die Regel bis heute.
Eisenhut, Tollkirsche und Co.
Auch beim Eisenhut ist der Grat zwischen Gift und Heilmittel schmal. In der richtigen Dosierung wird der Eisenhut bis heute bei Herzerkrankungen in der Homöopathie verwendet. Bei Erkältung und Fieberanfällen setzt ihn die Traditionelle Chinesische Medizin ein. Wie schwierig es ist, die richtige Dosis zwischen Gift und Heilmittel zu finden, zeigt ein Beispiel aus den 90-er Jahren: 35 Chinesen wurden damals durch Eisenhut vergiftet, da man bei der Medizinzubereitung einen fatalen Dosierungsfehler machte.
Fingerhut ist ebenfalls eine hochgiftige Pflanze. Schon der Verzehr von nur drei Blättern kann tödlich sein. Doch die Wirkstoffe des Fingerhutes werden weltweit gegen Herzschwäche verordnet und um die Herzfrequenz zu senken. Die Digitalisglykoside gehören zu den besten herzstärkenden Mitteln.
Gefährlich sind auch Tollkirschen
Gerade Kinder können sich verleiten lassen, von den "Früchten" zu kosten. Nimmt ein Erwachsener mehr als zehn Tollkirschen zu sich, stirbt er nach 14 Stunden. In einer medizinischen Dosierung dagegen wird die Tollkirsche als Schmerzpräparat verordnet.
"Der Unterschied zwischen einem Gift und einer Medizin ist die Dosis. Will man jemanden umbringen, braucht man ihm nur zu viel von einer Medizin zu geben, und er stirbt. Und das Gegenteil ist auch wahr: Möchte man jemanden heilen, muss man ihm nur ein wenig Gift geben, das dann wie ein Medikament wirkt. Wir hoffen also mit unseren Giftforschungen neue Arzneimittel zu entwickeln. Denn die Natur hat in Jahr Millionen hochwirksame Substanzen entwickelt."
Dr. Troncone Lanfranco, Biomedical Scientist, Institut Butantan, Sao Paulo

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