Bayerisches Fernsehen - Gesundheit!

Oktoberfest und Co. Gesund durch die Herbstfestzeit

Jedes Jahr kommen Millionen Besucher auf das Münchener Oktoberfest - und auch auf den anderen Herbstfesten in Bayern sind die Bierzelte gut gefüllt. Doch mit den Gästen kommen auch Viren und Krankheitserreger zu uns - und das gerade zu Beginn der Grippesaison. "Gesundheit!" zeigt, wie man fit und unbeschwert durch die Herbstfestzeit kommt.

Von: Florian Heinhold Stand: 01.10.2012
Zwei Besucher auf dem Oktoberfest suchen Schutz unter einem Regenschirm | Bild: Lukas Barth/dapd, Oliver Lang/dapd, Montage: BR

Die Wiesn und all die anderen Herbstfeste in Bayern sind eine Riesengaudi für Besucher aus aller Welt. Doch im stickigen Festzelt, wo Tausende dicht an dicht feiern, herrschen geradezu perfekte Bedingungen für Grippeviren und andere Krankheitserreger. Und auch sonst gibt es auf der Wiesn so einige Gefahren, die die Feierlaune schnell verderben können. Was also kann man als Herbstfestbesucher tun, um gesund durch die Oktoberfestzeit zu kommen?

Einsatz auf der Festwiese

Die Oktoberfest-Sanitäter vom Roten Kreuz sind jeden Tag mit den typischen Gesundheitsrisiken auf der Festwiese konfrontiert: von der Grippe, über Alkoholvergiftungen bis hin zu Verletzungen. Dr. Frithjof Wagner koordiniert die Einsatztrupps auf der Theresienwiese, die im Minutentakt mit ihren schiebbaren Tragen ausrücken, um Verletzten und Kranken zu helfen. Seit vielen Jahren ist Frithjof Wagner als leitender Arzt auf der Wiesn und kennt sich aus mit den potenziellen Gefahren.

"Natürlich ist der Alkohol eines der größten Probleme für die Ärzte und Sanitäter auf dem Oktoberfest. Deshalb ist es zu allererst wichtig, dass man als Wiesn-Besucher verantwortlich trinkt! Aber auch sonst gibt es einige Gefahren - doch wenn man ein paar einfache Tipps beachtet, kommt man sicher gesund und fit durch die Oktoberfest-Zeit."

Dr. Frithjof Wagner

Fahrgeschäfte - schneller, höher, weiter

Zum Beispiel die Fahrgeschäfte. Jedes Jahr gibt es neue Attraktionen - und die werden immer schneller, ausgefallener und höher. Kinder dürfen je nach Fahrgeschäft erst ab einer bestimmten Mindestgröße mitfahren  - nur dann schützt der Sicherheitsbügel. Doch auch Erwachsene müssen aufpassen, gerade bei bestimmten Vorerkrankungen.

"Vor allem, wenn man sehr schwerwiegende Herz-Kreislauf-Probleme hat, wenn man an Herzschwäche leidet, dann muss man die schnellsten und wildesten Fahrgeschäfte einfach meiden. Und auch Menschen mit Bandscheibenschäden oder instabilen Wirbelsäulen sind im Autoscooter und in extremen Beschleunigungsfahrgeschäften großen Risiken ausgesetzt."

Dr. Frithjof Wagner

Wirbelsäulenpatienten sollten vor allem Fahrgeschäfte meiden, in denen der Körper extremen Drehbewegungen ausgesetzt ist. Auch ruckartige Richtungsänderungen gehören zum Repertoire vieler Fahrgeschäfte und stellen bei Vorschäden der Wirbelsäule ein großes Risiko dar. Die meisten entsprechenden Fahrgeschäfte warnen deshalb auch auf großen Schildern vor möglichen Gefahren für Rückenpatienten.

Schnittwunden

Eine andere Gefahr lauert auf der Wiesn auf dem Boden: Gerade zu später Stunde liegen an allen Ecken zerbrochene Masskrüge und Flaschen. Schnittwunden an den Füßen gehören zu den häufigsten Verletzungen, die die Helfer vom Roten Kreuz auf der Wiesn behandeln müssen. Deshalb sind feste Schuhe ganz besonders wichtig. Denn in Flip-Flops oder Ballerinas ist man den herumliegenden Scherben schutzlos ausgeliefert.

Die richtige Kleidung

Jetzt im Oktober wird es draußen außerdem schnell kalt - im Festzelt dagegen herrscht stickige Hitze. Der ständige Temperaturwechsel ist eine ideale Voraussetzung für Erkältungskeime. Am besten kleidet man sich nach dem Zwiebelprinzip in mehreren Schichten: das Dirndl fürs Festzelt, darüber das leichte Jäckchen für den Nachmittag draußen und zuletzt die dicke Jacke für den Heimweg in der Nacht.

Hygiene im Festzelt

Doch die meisten Gesundheitsrisiken lauern im Festzelt selbst. Tausende Feiernde auf engstem Raum mit viel Körperkontakt und das gerade jetzt zu Beginn der Grippesaison. Der beste Schutz gegen Krankheitserreger: Hygiene!

Auf der Wiesn isst man meist mit der Hand, deshalb ist Hände waschen hier besonders wichtig. Doch angesichts der typischen Warteschlangen vor den Toilettenhäuschen der Festzelte, verzichten viele lieber darauf. Eine Lösung, um nicht ewig anstehen zu müssen, können Erfrischungstücher oder Desinfektionsmittel sein, die man mit ins Festzelt nehmen kann.

Ein weiterer Krankheitsherd im Bierzelt ist die Verwechslungsgefahr. Wenn auf den Tischen getanzt wird und die Band den Feiernden so richtig einheizt, vertauscht man schnell mal die eigene Mass mit dem Nachbarglas. Damit es gar nicht erst so weit kommt, kann man seinen Krug mit einem Bändchen markieren.

Die richtige Vorbereitung

Wer jetzt schon weiß, dass in den kommenden Tagen ein anstrengender Wiesn-Besuch ansteht, der kann bereits im Voraus sein Immunsystem stärken und so Krankheiten vorbeugen.

Die wichtigsten Tipps:

  • durch viel Bewegung den Körper fit halten
  • entspannt und ohne Schlafdefizit ankommen
  • im Vorfeld auf eine vitaminreiche, gesunde Ernährung achten

Apropos Ernährung: Auch auf der Wiesn selbst müssen es nicht immer die allerdeftigsten Speisen sein, auch Fisch, Krautsalat und Radi sind schließlich urbayerische Spezialitäten.

Wer dann noch ein bisschen zurückhaltend trinkt, der kann ganz unbesorgt die goldene Herbstfestzeit genießen.


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